Gärtnerei Kühne

Gärtnerei Kühne – Ein Demonstrationsbetrieb der Modellregion Ost

Der Dresdner Gartenbaubetrieb Arndt Kühne schaut auf eine über 120-jährige Betriebshistorie zurück und hat sich dabei als Produktionsbetrieb stets weiterentwickelt. Im Interview erzählt Karl Kühne von diesem Prozess, bei dem die torfreduzierte Produktion von Zierpflanzen einen weiteren wichtigen Fortschritt für einen nachhaltigen und damit modernen Gartenbaubetrieb darstellt. Neben den ersten Erfahrungen mit 30 Vol.-% Torfersatz spricht der Sohn von Betriebsleiter Arndt Kühne aber auch über die Herausforderungen, die das Thema Torfreduktion für einen Produktionsbetrieb bedeuten.

Arndt Kühne (rechts im Bild) führt das Familienunternehmen zusammen mit seiner Frau Anett und seinem Sohn Karl
(Foto: LfULG)

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes
Wir sind seit 1899 ein Familienbetrieb in der nun vierten Generation. In dieser Zeit wurde mit Gemüse, Schnittblumen und Topfpflanzen stets die aktuelle Nachfrage bedient. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung verlagerte sich die Produktion bis heute fast ausschließlich auf Topfpflanzen. Gleichzeitig erfolgte ein stetiger Ausbau und eine kontinuierliche Modernisierung der Produktionsflächen.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Heute produzieren wir auf rund 3 ha Hochglas- und 0,5 ha Freilandfläche allen voran für den Lebensmitteleinzelhandel und Discountketten. Bei der ganzjährigen Kultivierung konzentrieren wir uns auf ein kompaktes Sortiment. Dabei können wir uns auf unser kompetentes Team und unsere Auszubildenden verlassen. Seit nun zwölf Jahren erzeugen wir nahezu unseren kompletten Wärmebedarf mittels unserer eigenen CO2-neutralen Biomassefeuerung. Darüber hinaus können wir auf ca. 65 % unserer Produktionsflächen mit einem geschlossenen Bewässerungssystem arbeiten. Unseren Wasserbedarf decken wir vollständig mit aufgefangenem Regenwasser.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Wir haben vorher interessiert die Erkenntnisse der Lehr- und Versuchsanstalten aufgenommen, für die Integration in die gärtnerische Praxis jedoch Hürden gesehen. Durch unseren hauptsächlich indirekten Absatz ist es uns nach wie vor nicht möglich, Mehrkosten für torfreduziertes Substrat im Verkauf einzupreisen. Ebenso können wir bei unserem termingebundenen Vertragsanbau erhöhte Kulturrisiken ebenso wenig wie Qualitätseinbußen hinnehmen.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Pflanzenbaulich sind wir bis heute mit den eingesetzten torfreduzierten Substraten sehr zufrieden. Wir konnten qualitativ hochwertige Pflanzen produzieren. Zu den parallel kultivierten Vergleichskulturen in konventionellem Substrat haben sich bisher kaum Auffälligkeiten ergeben. Außerdem konnte uns die betriebswirtschaftliche Auswertung Anhaltspunkte für eine weitere Optimierung unserer Produktion geben.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Im ersten Jahr des TerZ konnten wir an unseren Hauptkulturen eine Torfreduktion um 30 Vol.-% ohne unüberwindbare Probleme realisieren. Das stimmt uns für den weiteren Projektverlauf optimistisch. Diese Erkenntnisse wollen wir in den nächsten Jahren bestätigen und dabei den Torfanteil kulturspezifisch weiter reduzieren. So haben wir in diesem Jahr Pelargonium zonale in bereits um 50 Vol.-% torfreduziertem Substrat getopft. Langfristig muss es unser Ziel sein, die Torfreduktion flächendeckend umzusetzen und dabei unsere Kunden von diesem Mehrwert zu überzeugen.

30 bis 50 Vol.-% Torfersatz werden derzeit im Gartenbaubetrieb Arndt Kühne in verschiedensten Kulturen (u.a. Pelargonien, Poinsettien, Primeln) eingesetzt und durch TerZ begleitet (Foto: Gartenbau Arndt Kühne)

Gärtnerei Knauf

Gärtnerei Knauf – Modellregion Ost

Seit fast 20 Jahren führen die Brüder Thomas und Hans-Peter Knauf die Gärtnerei Knauf GbR. Der Familienbetrieb aus Schkeuditz startete in das Projekt mit 30 % Torfersatz im sogenannten TerZ-Substrat. In diesem Jahr liegt der Anteil schon bei 50 %.
Mit Blick auf ein Jahr Projekterfahrung berichtet Thomas Knauf von ersten Erkenntnissen und seinen persönlichen Erwartungen an das Thema Torfersatz im Gartenbau.

Thomas Knauf im Bestand der Frühjahrskultur von Streptocarpus (Foto: LfULG)

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes
Unser Familienbetrieb ist in der 4. Generation und seit 1954 in Kursdorf bei Schkeuditz (heute Ortschaft von Schkeuditz) angesiedelt. Zu Beginn wurden hauptsächlich Gemüse und nebenbei Beet- und Balkonpflanzen auf einer Produktionsfläche von 5.000 m² unter Glas und Folie + Freiland produziert. Letztere bilden seit nunmehr 40 Jahren unser Hauptgeschäft.

In den 1990er und 2000er Jahren hat sich unser Betrieb vor allem durch Baumaßnahmen und Flächenerweiterung weiterentwickelt. 2002 haben mein Bruder und ich dann den elterlichen Betrieb als GbR übernommen. 2013 wurde ein neues Gelände in Schkeuditz erschlossen und der Umzug von Kursdorf zum heutigen Standort in Schkeuditz initiiert, der etwas über ein Jahr andauern sollte. Seit 2016 werden hier nun auf ca. 1 ha Venlo + Freiland verschiedenste Kulturen produziert.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Wir sind ein Topfpflanzenproduktionsbetrieb mit eigenem Hofverkauf sowie A- Anlieferer bei Landgard. Unser Kundenstamm reicht somit vom Großmarkt über Gartencentren bis hin direkt zum Endverbraucher. Streptocarpus, Schizanthus, Beet- und Balkonpflanzen, Cyclamen sowie Euphorbien bilden unsere Hauptkulturen. Spezialisiert haben wir uns dabei auf die ganzjährige Produktion von Streptocarpus, mit denen wir inzwischen seit 30 Jahren Erfahrung haben.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Ich war völlig offen dem Projekt gegenüber eingestellt. Allerding hatte ich auch Bedenken, vor allem hinsichtlich der höheren Kosten, Qualität und Arbeitsintensität. Ich bin gespannt, welche Möglichkeiten und Herausforderungen die Substratumstellung mit sich bringen wird.  

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Meine Befürchtungen wurden nur zum Teil bestätigt (ein gewisser Mehraufwand ist nötig). Wenn die Torfreduktion auf 50 % festgelegt werden sollte, erwarte ich, dass das auf breiter europäischer Entscheidungen beruht. Die Umstellung der Substrate und angepasste Produktion darf nicht nur hier in Deutschland stattfinden, sonst haben wir wettbewerbsverzerrende Bedingungen. Die Debatte und Kommunikation um torfreduzierte Substrate muss daher länderübergreifend erfolgen.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Eine gute und schnelle Produktion sowie Qualitäten ohne Mehrkosten.

Pelargonium zonale nach 9 Wochen Kultivierung (obere Reihe in 50 % torfreduziertem Substrat mit einem Anteil von 30 % Holzfaser und je 10 % Perlite und Kompost; untere Reihe im Standardsubstrat des Betriebes ohne Torfreduzierung).
Vereinzelte Sorteneffekte führten in beiden Substratvarianten mitunter zu unterschiedlichen, aber insgesamt guten Qualitäten. (Foto: LfULG)

Gärtnerei Berchtenbreiter

Gärtnerei Berchtenbreiter – Modellregion Süd

Die Gärtnerei Berchtenbreiter aus München nimmt am Projekt TerZ in der Modellregion Süd teil.

Hermann Berchtenbreiter führt das Unternehmen mit seiner Frau Karin und seiner Tochter Alexandra. (Foto: Berchtenbreiter.de)

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte ihres Betriebes

Um 1900 herum entstanden in der Schwanseestraße auf nahezu gleichgroßen Parzellen acht Gärtnereien. Eine dieser Parzellen ist die heutige Gärtnerei Berchtenbreiter, die anderen Parzellen sind inzwischen bebaut worden. Ursprünglich war der Gärtnereibetrieb zur Gemüseproduktion errichtet worden. Mitte des letzten Jahrhunderts wurden zunehmen Blumen und Topfpflanzen produziert. Auch Gemüse und Obst wurden angeboten. Ende der 60er Jahre stellte man die Gemüseproduktion ein, parallel wurde die Dienstleistung am Friedhof verstärkt betrieben.

Seit 1990 führt Hermann Berchtenbreiter die Friedhofsgärtnerei und seit 1995 den gesamten Gärtnereibetrieb. Im Frühjahr 2016 wurden die Türen unseres neuen Verkaufsgewächshauses geöffnet, welches für unsere Kunden auf über 450 m2 ein noch besseres Einkaufserlebnis ermöglicht. Die Pflanzenproduktion wurde gleichermaßen stets weiterentwickelt, so dass auf über 4.000 m2 Gewächshausfläche frische, gesunde Pflanzen vor Ort produziert werden.

Das Team der Berchtenbreiter GmBH (Foto: Berchtenbereiter.de)

Was zeichnet ihren Betrieb aus?

Der Schwerpunkt unseres Betriebes liegt auf der ganzjährigen Betreuung von über 3500 Gräbern an mehreren Friedhöfen in München und damit verbunden die eigene Produktion der benötigten Pflanzen direkt vor Ort. In unserem vor 5 Jahren erbauten Blumenhaus können die Kunden unsere direkt vor Ort produzierten Pflanzen kaufen.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?

Wir haben früher schon mit Torfersatzstoffen Erfahrungen gesammelt, ebenso mit torffreien Substraten. Wir haben für die Produktion in unseren 24er Platten für den Friedhof besondere Anforderungen an die Struktur des Substrats. Daher haben wir schon öfters verschiedene Substrate ausprobiert. Unser Ziel ist es, mit möglichst wenigen verschiedenen Substraten unsere vielfältigen Kulturen produzieren zu können.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?

Bisher gab es kaum Unterschiede zwischen den Substraten, außer bei einigen Herbstkulturen und der Kultur von Poinsettien.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?

Wir sind positiv eingestellt, was eine Produktion mit torfreduzierten Substraten angeht. Wir wünschen uns jedoch, dass die Rohstoffe dafür nachhaltig sind, beispielsweise Kompost.  Wir hoffen, mit torfreduzierten Substraten dauerhaft gute Ergebnisse erzielen zu können, jedoch halten wir eine Produktion in komplett torffreien Substraten bei vielen Kulturen für problematisch.

Ein Blick auf die Kultur von Viola in torfreduziertem Substrat. (Foto: HSWT)

Gärtnerei Hartmann

Gärtnerei Hartmann – Modellregion Süd-West

Interview mit Herrn Ulrich Hartmann am 09.02.2021, Betriebsleiter der Gärtnerei Hartmann in Ubstadt-Weiher.

Ulrich Hartmann produziert ausgewählte Arten in großen Stückzahlen für den Großhandel. (Foto: Großmarkt Mannheim)

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes.
Die Gärtnerei Hartmann wurde im Jahre 1996, vor 25 Jahren, in Ubstadt-Weiher als Neubau gegründet. Damals hatte der Betrieb eine Unterglas-Fläche von 2.700 Quadratmetern. Ich hatte schon lange den Wunsch, mich als Gärtner selbstständig zu machen. Die Geschäftsidee, die hinter der Firmengründung stand, war folgende: Die meisten Erzeuger in Süddeutschland konzentrieren sich auf den Vertrieb an Blumenfachgeschäfte und bieten ein breites Sortiment an, wohingegen sich die Erzeuger am Niederrhein auf den Vertrieb über den Großhandel fokussieren und sich dabei auf einige Kulturarten spezialisieren. Hier habe ich für mich  eine Marktlücke erkannt. Der Betrieb konnte sich im Laufe der Jahre erfolgreich entwickeln und in kleinen Schritten wachsen. Heute hat die Gärtnerei Hartmann eine Gewächshausfläche von 3 Hektar und eine Freilandfläche von 1 Hektar.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Kurz gesagt: Große Stückzahlen in gleichmäßiger Qualität. Wir fokussieren uns auf bestimmte Kulturarten und vermarkten über den Großhandel. Andere Gärtnereien produzieren nur in kleinen Stückzahlen und stellen sich auf Kundenwünsche kleiner Blumenfachgeschäfte ein, das machen wir nicht, und das spiegelt sich auch in der Auswahl der Kulturarten und Sorten wieder. Dank unserer Vertriebswege und die unmittelbare Nähe zum Walldorfer Kreuz, wo sich die A5 und die A6 kreuzen, können wir unsere Produkte überregional vermarkten.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Ich war vor dem Projekt gegenüber Torfersatzstoffen prinzipiell offen und nicht abgeneigt. Mir ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig und ich möchte auch grundsätzlich über den Tellerrand hinausschauen. Ich habe bei den verschiedenen Torfersatzstoffen keine Präferenzen. Allerdings sehe ich die Kokosfaser nicht als angemessenen Torfersatzstoff, da sie aufgrund der langen Transportwege und der Herstellungsbedingungen meiner Meinung nach nicht unbedingt nachhaltiger als Torf ist. Auch bei der Holzfaser muss man darauf achten, wie sie produziert wird. Bei der Anwendung der torfreduzierten Substrate im Anbau hatte ich keine Bedenken.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Bisher bin ich mit der Nutzung der torfreduzierten Substrate zufrieden. Meine Erwartungen haben sich erfüllt, ich kann auch mit geringeren Torfanteilen gute Qualitäten produzieren und habe dabei keinen größeren Mehraufwand.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Ich möchte das Ziel „maximal 50% Torfanteil“ erreichen und halten und auch im Anschluss an das Projekt nicht wieder zurück zu höheren Torfanteilen. Der politische Druck wird in den nächsten Jahren sowieso zunehmen. Unabhängig davon möchte ich auch selbst etwas tun und beim Thema Umweltschutz vorangehen. Ich glaube, eine zunehmende Torfreduzierung ist umsetzbar, das ist machbar!

Florian Hartmann (und auch sein Bruder Michael) zeigen sich interessiert am Torfersatz. Dieses Thema werden sie auch schon bald in der Vorbereitung zur Meisterprüfung an der LVG Heidelberg vertiefen. (Foto: LVG Heidelberg)
Die Primeln ließen sich mit großer Stückzahl in einem torfreduzierten Substrat (Torf 65 %, Holzfaser 20 %, Rindenhumus 10 % und Ton 5 %) in guter Qualität produzieren. (Foto: LVG Heidelberg)

Gartenbau Stefan Gerritzen

Gartenbau Stefan Gerritzen – Modellregion West

Als Demonstrationsbetrieb in der Modellregion West nimmt Gartenbau Stefan Gerritzen (Sunshine Flowers) am Projekt TerZ teil. Er lässt uns für das Interview hinter die Kulissen blicken und berichtet über seinen Produktionsbetrieb, sowie über seine Einstellung zu Torfersatzstoffen.

Gärtnermeister Andreas Peters (links) und Betriebsinhaber Stefan Gerritzen (rechts)

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes

Die Unternehmensgründung durch Franz Gerritzen erfolgte 1964 als Schnittblumenbetrieb. Bereits wenige Jahre später folgte die Umstellung der Produktion auf Topfpflanzen. 1996 wurde die Produktion von Eriken und Azaleen um winterharte Callunen ergänzt. Im Jahr 2008 habe ich, Stefan Gerritzen, den Betrieb übernommen und weiter ausgebaut. Zurzeit werden Solanum jasminoides (Jasminblütiger Nachtschatten) und Calluna vulgaris (Besenheide) auf einer Fläche von 18 Hektar produziert.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?

Wir sind ein Produktionsbetrieb, der sich unter anderem durch moderne Technik hervorhebt. Das ist vor allem für die Mitarbeiter sehr positiv, da beispielsweise Kulturarbeiten oder das Packen der verkaufsfertigen Ware wesentlich rückenschonender und einfacher erledigt werden können. Außerdem achten wir auf eine umweltschonende Produktion, beispielsweise mit einer geschlossenen Bewässerung im Gewächshaus. Im Freiland bewässern wir unsere Pflanzen hauptsächlich mit wassersparenden Gießwagen.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?

Bezüglich der Callunen-Kultur, die in unserem Betrieb im Projekt im Mittelpunkt steht, dachten wir, dass wir mit einem hohen Anteil an Torfersatzstoffen Probleme bei der Pflanzenqualität bekommen. Da Callunen als Moorbeetpflanzen einen sehr niedrigen pH-Wert im Substrat benötigen, den der Torf ja mit sich bringt, haben wir zusätzlich Probleme mit zu hohen pH-Werten erwartet. Auch mit erheblich höheren Kosten für die Substrate haben wir gerechnet.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?

Schon im ersten Jahr haben wir im TerZ-Substrat den Einsatz von Torf auf 50 Vol.-% gesenkt. Das hat erstaunlich gut geklappt. Der pH-Wert blieb fast die komplette Kulturzeit hindurch in einem optimal niedrigen Bereich. Im zweiten Kulturjahr im Projekt haben wir die Düngung etwas angepasst, ansonsten möchten wir das Substrat nochmals in der gleichen Zusammensetzung nutzen. Tatsächlich hat sich in Bezug auf die Mehrkosten unsere Befürchtung bewahrheitet. Aktuell haben wir bei der 50 Vol.-% torfreduzierten Variante einiges an Mehrkosten pro m³ Substrat.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?

In den nächsten zehn Jahren möchten wir unser Standard-Substrat komplett auf ein mindestens 50 Vol.-% torfreduziertes Substrat umstellen.

Calluna vulgaris (Besenheide) – Bestand kurz vor der Vermarktung. (Foto: Versuchszentrum Gartenbau Straelen)

Gartenbau Johannes Heekeren

Gartenbau Johannes Heekeren – Modellregion West

Der Familienbetrieb „Gartenbau Johannes Heekeren“ nimmt als Demonstrationsbetrieb in der Modellregion West am Projekt TerZ teil. Das erste Kulturjahr im Projekt verlief sehr positiv, bei Torfersatzanteilen von 50 – 100 Vol.-%. Im zweiten Jahr sollen die Substrate weiter im Torfanteil reduziert und die torffreien Partien erweitert werden. Über die ersten Eindrücke berichtet Familie Heekeren im Interview.

Betriebsinhaber Johannes Heekeren mit Tochter Anna

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes

Entstanden aus der Landwirtschaft, wurde unser Gartenbaubetrieb im Jahre 1989 gegründet. Auf einer Fläche von 2.000 m² Hochglas und ca. 1 ha Freiland wurden Beet-und Balkonpflanzen und diverse Stauden produziert. Hinzu kam noch Freilandgemüseanbau auf ca.3 ha. In den Folgejahren wurde die Gewächshaufläche nach und nach erweitert, Arbeitshallen integriert und der Gemüseanbau eingestellt. Die Freilandfläche wurde zur Containerfläche umgebaut, die Gewächshausfläche modernisiert. Der Betrieb verfügt heute über eine heizbare Folien- und Hochglasfläche von 13.000 m², sowie 5.000 m² Kulturflächen in Pachtbetrieben. Die Containerstellfläche ist ca. 3,5 ha groß. Heute sind wir auf Ziergräser, Lavendel, Edelweiß und Interspezifischen-Mix im Beetpflanzenbereich spezialisiert.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?

In unserem Betrieb herrscht ein sehr gutes Betriebsklima. Unter unseren Mitarbeitern sind die unterschiedlichsten Nationalitäten zu finden, was einen guten Austausch untereinander fördert.

Unsere Produkte zeichnen sich durch gute Qualität aus, die unter den Aspekten der Nachhaltigkeit kultiviert wurden. Hierzu gehört für uns auch der Einsatz neuester Technik. Außerdem können wir von uns behaupten ein sehr gutes Durchhaltevermögen an den Tag zu legen und dabei flexibel und spontan handeln zu können. Dies liegt unter anderem auch an unseren festen und zuverlässigen Kunden, mit denen wir langfristig arbeiten können.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?

Schon vor TerZ haben wir uns Gedanken über Torfersatzstoffe gemacht. Vor dem Start des Projektes haben wir bereits einige kleine Versuche mit torfreduzierten Substraten gemacht, auch aufgrund der Nachfrage unserer Kunden. Die Umstellung ist eine große Herausforderung für die gesamte Branche. Dass wir am Projekt teilnehmen konnten kam dann genau zur richtigen Zeit.  So haben wir Unterstützung bei der weiteren Torfreduzierung unserer Substrate.

Wir haben mit erheblichen Mehrkosten für Substrate und Problemen in der Nährstoffversorgung gerechnet.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?

Bis zum jetzigen Zeitpunkt, zu Beginn des zweiten Kulturjahres im Projekt, ist alles sehr positiv verlaufen. Die Kosten sind momentan nicht nennenswert höher als bei einer Kultur mit höherem Torfanteil der Substrate. Auch einen erhöhten Arbeitsaufwand können wir aktuell nicht beobachten. Unsere Befürchtung ist allerdings, dass die Ersatzstoffe für Torf im Preis steigen werden, wenn immer mehr Torf ersetzt wird.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?

Die Umstellung auf Substrate mit einem Torfanteil von 50 Vol.-% ist nach bisherigen Erfahrungen gut machbar, auch wenn es bei manchen Kulturen der ein oder anderen Anpassung bedarf. Wir möchten in den nächsten Jahren auf einen Anteil von mindestens 80 Vol.-% an Torfersatzstoffen kommen. Wir halten an der Torfreduzierung fest und hoffen, dass immer mehr Gärtner eine Torfreduzierung anstreben und den weltweiten Torfabbau nicht mehr länger hinnehmen. Wir alle müssen umdenken und uns für eine nachhaltige Umwelt und gegen den Klimawandel einsetzen.

Viola x cornuta als Trios im 13cm Topf in drei verschiedenen Substraten. (Foto: Versuchszentrum Gartenbau Straelen)

Gärtnerei Schliebener

Gärtnerei Schliebener – Modellregion Nord

Tim Schliebener

Interview mit Tim Schliebener. Als Standardsubstrat wird ein Substrat mit 10% Holzfasern verwendet. Im Rahmen von TerZ hat Herr Schliebener zum Vergleich ein Substrat mit 30% Holzfasern und eins mit 15% Holzfasern und 15% Kokosmark bei den Pelargonien verwendet. Für die Poinsettien wird ein Standardsubstrat mit 10% Perliten und ein weiter torfredziertes Substrat mit 10% Perliten und 20% Holzfasern genutzt.

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes

Unsere Einzelhandelsgärtnerei wurde 1960 von meinem Großvater gegründet. Zunächst wurden Gemüse und Schnittblumen, später dann auch Topfpflanzen produziert. Seitdem wurde sie kontinuierlich durch Baumaßnahmen, wie Erweiterung und Modernisierung der Produktions- und Verkaufsflächen, ausgebaut. 1972 haben meine Eltern den Betrieb übernommen und seit 2007 führe ich die Gärtnerei mit meiner Schwester. Wir produzieren inzwischen auf über 5000m² und nutzen eine Verkaufsfläche von 2000m².

Für unsere Kunden produzieren wir ein breites Sortiment aus Frühjahrsblühern, Beet- und Balkonpflanzen, Kräutern, Gemüse, Herbstzauber, sowie Poinsettien.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Die Vielseitigkeit, Frische und die große Eigenproduktion für den Endverkauf.


Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Ich fand es interessant, dass man auf diesem Wege endliche Rohstoffe einsparen kann. Es ist schon eine Umstellung für den Betrieb, sicher auch in den Kosten, aber es lohnt sich und man sollte die Natur bewusst schützen.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Nein, bis jetzt lief alles reibungslos mit 30% Torfersatz und das sind immerhin 1/3 Rohstoffersparnis. Wir hatten keine Ausfälle zu verzeichnen und auch von den Kosten sind die Unterschiede gering.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?

Wir möchten es möglichst mit allen Kulturen auf 50% Torfersatz schaffen, ohne, dass die Produktion zu kosten- und arbeitsintensiv wird.

Fuchsia „red-blue“ nach 12 Wochen Kultivierung. Links im Standard-Substrat mit 90% Torf und 10% Holzfasern und rechts im weiter torfreduzierten Substrat mit 70% Torf und 30% Holzfasern. (Fotos: LVG Ahlem)

Gärtnerei Sauter

Gärtnerei Sauter – Modellregion Süd-West

Die Sauter Grün erleben GmbH & Co KG ist einer der Demonstrationsbetriebe im TerZ-Projekt aus der Modellregion Süd-West. Derzeit nutzen sie ein torfreduziertes Substrat mit einem Torfanteil von nur noch 50 %.

Zusammen mit seiner Frau Astrid und seinen zwei Töchtern führt Ralf Sauter den familiengeführten Betrieb in Südbaden in der Nähe von Freiburg.

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes.
Gegründet wurde der Betrieb 1925 in Waldkirch am Friedhof von Kurt Sauter, welcher selbst Gärtner in der dritten Generation gewesen ist. Die heutige, wiederum dritte Generation des Betriebes sind Astrid und Ralf Sauter als Inhaber und Geschäftsführer. 1989 wurde der in Waldkirch liegende Endverkaufsbetrieb mit Friedhof und GaLaBau zum Garten Center ausgebaut. 1994 folgte der Ausbau der GaLaBau Abteilung als eigene GmbH und 2005 der Bau eines Produktionsbetriebes in Umkirch. 2009 expandierten wir weiter mit dem Kauf eines Gartencenters und 2012 mit dem Kauf einer daneben liegenden Produktionsgärtnerei in Gundelfingen. 2018 bauten wir das Erlebnisgartencenter mit Gastronomie in Lahr und haben nun aktuell 120 Mitarbeiter im Gesamtbetrieb inklusive aller Dienstleistungen.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Wir legen in unserem Betrieb unseren Schwerpunkt auf die eigene, nachhaltige Produktion sowie den Verkauf an unsere Endkunden. Ergänzend hierzu sehen wir unsere Dienstleistung als Kundenservice. Obendrein ist der Betrieb familiengeführt und die hohe Wertschätzung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig. Außerdem kooperieren wir gerne mit Gärtnerkollegen aus der Region.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Ich hatte noch keine Erfahrung mit Torfersatzstoffen aus jüngster Zeit. Als Jugendlicher hatte ich bei der Herstellung unserer eigenen Erde mit eigenem Kompost und Torf mitgearbeitet, was viel Handarbeit bedeutete. Damals verwendeten wir weniger Torf als es die letzten 10 Jahre der Fall war. Daher denke ich, dass es einen Weg geben muss, mit weniger Torf auszukommen. Hierbei bin ich von einem überschaubaren Mehraufwand ausgegangen.

Haben Sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Bisher hatte ich keine großen Befürchtungen, daher sind wir mit einem 50 % torfreduzierten Substrat eingestiegen und haben etwa ein Drittel unserer Produktion umgestellt. Bei den Beet- und Balkonpflanzen gab es keine größeren Unterschiede zur herkömmlichen Produktion mit torfbasierten Substraten. Erst bei den Cyclamen und Poinsettien zeigten sich hauptsächlich sortenbedingte Probleme. Hier müssen wir etwas vorsichtiger mit der Umstellung vorgehen und die Sorten und Kulturmaßnahmen anpassen. Die Zusammenarbeit mit dem TerZ-Projekt sowie der LVG Heidelberg hilft uns dabei sehr.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Auf jeden Fall wollen wir bei allen Kulturen das 50 % torfreduzierte Substrate etablieren und, wo möglich, dies bis hin zu torffreien Substraten steigern. Durch die damit verbundenen veränderten Wachstumsbedingungen wollen wir außerdem den Einsatz von Hemmstoffen reduzieren und dabei für unsere Endkunden gleichbleibende Qualitäten garantieren.  

Echinacea lassen sich im Container auch in guter Qualität im torfreduzierten Substrat produzieren. (Foto: LVG Heidelberg)
Auf die Durchwurzelung der Poinsettien ist zu achten, auch wenn es um die Haltbarkeit beim Endkunden geht. (Foto: LVG Heidelberg)

Gärtnerei Nietzold

Gärtnerei Nietzold – Modellregion Ost

Andy Nietzold führt zusammen mit seiner Schwester, Peggy Faust, den Familienbetrieb Gärtnerei Nietzold in Freital bei Dresden.
Im ersten Projektjahr wird ein Substrat mit 55 % Torfersatz (30 % Holzfaser, 20 % Rindenhumus, 5 % Ton) verwendet. Im Interview berichtet er von der Startphase des Projektes im Betrieb.

Andy Nietzold

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes.
Unsere Gärtnerei wurde 1913 als Gemüsegärtnerei gegründet und befindet sich seit 1917 am selben Standort wie heute. Ab 1990 haben wir uns verstärkt auf die Zierpflanzenproduktion für den Endverbraucher fokussiert. Seit 2010 wird die Gärtnerei als GbR von meiner Schwester und mir geführt. Die 100 Jahr Feier 2013 krönte bisher die lange Historie unseres Familienbetriebes.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Wir sind eine produzierende Einzelhandelsgärtnerei mit starker Eigenproduktion. Von klassischen Topfpflanzen über Gemüse bis hin zu Schnittblumen bieten wir ein breites Sortiment an. Darüber hinaus stehen unseren Kunden auch verschiedenste Dienstleistungen zur Verfügung, wie z.B. Floristik für unterschiedliche Anlässe, Grabbepflanzungen oder aber auch die Überwinterung von Kübelpflanzen. Auch Dekoelemente für den Balkon und Garten sowie die ein oder andere kulinarische Leckerei sind bei uns erhältlich.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger, auch für unseren Betrieb. Es gibt bei uns teilweise schon erste Erfahrung mit torfreduziertem Substrat bei der Kultur von Schnittgerbera. Diese Erfahrung auch auf Topfpflanzen mit breiter Unterstützung zu erweitern, ermöglicht das Projekt, das sich für mich interessant anhörte.
Natürlich ist mit etwas mehr Aufwand zu rechnen. Aber die Projektbetreuung ist super und die Möglichkeit, sich mit anderen Betrieben austauschen zu können, ist genial.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Bisher ist noch nichts absehbar, aber ich bin auch erst vor kurzem mit meiner ersten Kultur in das Projekt aktiv gestartet. Was den theoretischen Input betrifft, wurden die Erwartungen übertroffen.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Kurz und knapp – Die hoffentlich guten Erfahrungen aus diesem Projekt auf alle Kulturen zu übertragen und Anderen den Einstieg in die Thematik zu erleichtern.

Cyclamen nach 18 Wochen Kultivierung in 55% torfreduziertem Substrat. (Fotos: LfULG)

Gärtnerei Krebs

Gärtnerei Krebs – Modellregion Nord

Interview mit Oliver Krebs am 13.07.2020.

Oliver Krebs

In der Beet- und Balkonsaison hat Herr Krebs ein Standardsubstrat mit 100% Torf und ein torfreduziertes Substrat mit 20% Holzfasern und 10% Rindenhumus verwendet. In der jetzt beginnenden Poinsettiensaison wird er mit einem Standardsubstrat arbeiten, welches bereits 15% Holzfasern, 10% Perlite und 10% Ton enthält und zum Vergleich ein 100% torffreies Biosubstrat testen. Dieses setzt sich zusammen aus 30% Rindenhumus, 30% Holzfasern, 15% Kokosfasern, 15% Kokosmark und 10% Ton.

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes
Der Betrieb wurde 1905 in Roitzsch im Kreis Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) gegründet. Damals wurden auf einem Hektar Ackerland, sowie in einigen Mistbeetkästen Zierpflanzen, Obst und Gemüse kultiviert und der Vertrieb lief hauptsächlich über den Wochenmarkt. Anfang der 1960er Jahre siedelte der inzwischen von meinem Großvater geführte Betrieb nach Bexhövede in eine Gärtnersiedlung um und begann unter Glas Hortensien, Cyclamen, Pelargonien und anderes zu kultivieren. In den 1970ern kam der Einstieg in die Jungpflanzenproduktion. Inzwischen produzieren wir immer mehr Rohware, die wir zu 50% an eigene Kunden und 50% an andere Abnehmer abgeben. Über die Jahre ist der Betrieb stetig weitergewachsen, sodass unser Betrieb inzwischen 40000 m² umfasst, von denen wir auf 12000 m² unter Glas produzieren.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Wir sind sehr flexibel. Wir machen keine Massenkulturen und versuchen immer etwas Besonderes in verhältnismäßig kleineren Mengen anzubieten. Seit ca. 15 Jahren sind wir für andere Jungpflanzenbetriebe Partner und übernehmen dort einen Teil der Produktion, z.B. Mutterpflanzenhaltung.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Ich habe das bei anderen immer mit Interesse beobachtet und mir die Frage gestellt, ob das funktioniert. Bei den anderen schien es zu gehen, aber auch mit etwas mehr Aufwand verbunden zu sein. Darauf war ich dann auch eingestellt.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Bisher tatsächlich noch nicht. Wir hatten ja 30% Torfersatz in unserem ersten Vergleichssubstrat und ich hatte mit den Kulturen keinen Mehraufwand bisher. Die Ergebnisse haben mich am Ende auch überzeugt. Bei den Poinsettien mit der 100% torffreien Bioerde denke ich aber, dass es sicher aufwendiger wird.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Solange genügend Torfersatzstoffe verfügbar sind, wollen wir den Torfersatz bei uns im Betrieb auf jeden Fall hochschrauben und das auch so an unsere Kunden vermarkten. Ich denke allerdings, dass die Rohstoffverfügbarkeit sicher ein Problem darstellen wird.

Pelargonium peltatum „Decora Red“ nach 15 Wochen Kultivierung. Links im Standard- und rechts im torfreduzierten Substrat. (Fotos: LVG Ahlem)