Gärtnerei Sauter

Gärtnerei Sauter – Modellregion Süd-West

Die Sauter Grün erleben GmbH & Co KG ist einer der Demonstrationsbetriebe im TerZ-Projekt aus der Modellregion Süd-West. Derzeit nutzen sie ein torfreduziertes Substrat mit einem Torfanteil von nur noch 50 %.

Abb. 1: Zusammen mit seiner Frau Astrid und seinen zwei Töchtern führt Ralf Sauter den familiengeführten Betrieb in Südbaden in der Nähe von Freiburg.

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes.
Gegründet wurde der Betrieb 1925 in Waldkirch am Friedhof von Kurt Sauter, welcher selbst Gärtner in der dritten Generation gewesen ist. Die heutige, wiederum dritte Generation des Betriebes sind Astrid und Ralf Sauter als Inhaber und Geschäftsführer. 1989 wurde der in Waldkirch liegende Endverkaufsbetrieb mit Friedhof und GaLaBau zum Garten Center ausgebaut. 1994 folgte der Ausbau der GaLaBau Abteilung als eigene GmbH und 2005 der Bau eines Produktionsbetriebes in Umkirch. 2009 expandierten wir weiter mit dem Kauf eines Gartencenters und 2012 mit dem Kauf einer daneben liegenden Produktionsgärtnerei in Gundelfingen. 2018 bauten wir das Erlebnisgartencenter mit Gastronomie in Lahr und haben nun aktuell 120 Mitarbeiter im Gesamtbetrieb inklusive aller Dienstleistungen.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Wir legen in unserem Betrieb unseren Schwerpunkt auf die eigene, nachhaltige Produktion sowie den Verkauf an unsere Endkunden. Ergänzend hierzu sehen wir unsere Dienstleistung als Kundenservice. Obendrein ist der Betrieb familiengeführt und die hohe Wertschätzung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig. Außerdem kooperieren wir gerne mit Gärtnerkollegen aus der Region.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Ich hatte noch keine Erfahrung mit Torfersatzstoffen aus jüngster Zeit. Als Jugendlicher hatte ich bei der Herstellung unserer eigenen Erde mit eigenem Kompost und Torf mitgearbeitet, was viel Handarbeit bedeutete. Damals verwendeten wir weniger Torf als es die letzten 10 Jahre der Fall war. Daher denke ich, dass es einen Weg geben muss, mit weniger Torf auszukommen. Hierbei bin ich von einem überschaubaren Mehraufwand ausgegangen.

Haben Sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Bisher hatte ich keine großen Befürchtungen, daher sind wir mit einem 50 % torfreduzierten Substrat eingestiegen und haben etwa ein Drittel unserer Produktion umgestellt. Bei den Beet- und Balkonpflanzen gab es keine größeren Unterschiede zur herkömmlichen Produktion mit torfbasierten Substraten. Erst bei den Cyclamen und Poinsettien zeigten sich hauptsächlich sortenbedingte Probleme. Hier müssen wir etwas vorsichtiger mit der Umstellung vorgehen und die Sorten und Kulturmaßnahmen anpassen. Die Zusammenarbeit mit dem TerZ-Projekt sowie der LVG Heidelberg hilft uns dabei sehr.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Auf jeden Fall wollen wir bei allen Kulturen das 50 % torfreduzierte Substrate etablieren und, wo möglich, dies bis hin zu torffreien Substraten steigern. Durch die damit verbundenen veränderten Wachstumsbedingungen wollen wir außerdem den Einsatz von Hemmstoffen reduzieren und dabei für unsere Endkunden gleichbleibende Qualitäten garantieren.  

Abb. 2: Echinacea lassen sich im Container auch in guter Qualität im torfreduzierten Substrat produzieren.
Abb. 3: Auf die Durchwurzelung der Poinsettien ist zu achten, auch wenn es um die Haltbarkeit beim Endkunden geht.

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