Gartenbau Johannes Heekeren

Gartenbau Johannes Heekeren – Modellregion West

Der Familienbetrieb „Gartenbau Johannes Heekeren“ nimmt als Demonstrationsbetrieb in der Modellregion West am Projekt TerZ teil. Das erste Kulturjahr im Projekt verlief sehr positiv, bei Torfersatzanteilen von 50 – 100 Vol.-%. Im zweiten Jahr sollen die Substrate weiter im Torfanteil reduziert und die torffreien Partien erweitert werden. Über die ersten Eindrücke berichtet Familie Heekeren im Interview.

Abbildung 1: Betriebsinhaber Johannes Heekeren mit Tochter Anna

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes

Entstanden aus der Landwirtschaft, wurde unser Gartenbaubetrieb im Jahre 1989 gegründet. Auf einer Fläche von 2.000 m² Hochglas und ca. 1 ha Freiland wurden Beet-und Balkonpflanzen und diverse Stauden produziert. Hinzu kam noch Freilandgemüseanbau auf ca.3 ha. In den Folgejahren wurde die Gewächshaufläche nach und nach erweitert, Arbeitshallen integriert und der Gemüseanbau eingestellt. Die Freilandfläche wurde zur Containerfläche umgebaut, die Gewächshausfläche modernisiert. Der Betrieb verfügt heute über eine heizbare Folien- und Hochglasfläche von 13.000 m², sowie 5.000 m² Kulturflächen in Pachtbetrieben. Die Containerstellfläche ist ca. 3,5 ha groß. Heute sind wir auf Ziergräser, Lavendel, Edelweiß und Interspezifischen-Mix im Beetpflanzenbereich spezialisiert.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?

In unserem Betrieb herrscht ein sehr gutes Betriebsklima. Unter unseren Mitarbeitern sind die unterschiedlichsten Nationalitäten zu finden, was einen guten Austausch untereinander fördert.

Unsere Produkte zeichnen sich durch gute Qualität aus, die unter den Aspekten der Nachhaltigkeit kultiviert wurden. Hierzu gehört für uns auch der Einsatz neuester Technik. Außerdem können wir von uns behaupten ein sehr gutes Durchhaltevermögen an den Tag zu legen und dabei flexibel und spontan handeln zu können. Dies liegt unter anderem auch an unseren festen und zuverlässigen Kunden, mit denen wir langfristig arbeiten können.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?

Schon vor TerZ haben wir uns Gedanken über Torfersatzstoffe gemacht. Vor dem Start des Projektes haben wir bereits einige kleine Versuche mit torfreduzierten Substraten gemacht, auch aufgrund der Nachfrage unserer Kunden. Die Umstellung ist eine große Herausforderung für die gesamte Branche. Dass wir am Projekt teilnehmen konnten kam dann genau zur richtigen Zeit.  So haben wir Unterstützung bei der weiteren Torfreduzierung unserer Substrate.

Wir haben mit erheblichen Mehrkosten für Substrate und Problemen in der Nährstoffversorgung gerechnet.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?

Bis zum jetzigen Zeitpunkt, zu Beginn des zweiten Kulturjahres im Projekt, ist alles sehr positiv verlaufen. Die Kosten sind momentan nicht nennenswert höher als bei einer Kultur mit höherem Torfanteil der Substrate. Auch einen erhöhten Arbeitsaufwand können wir aktuell nicht beobachten. Unsere Befürchtung ist allerdings, dass die Ersatzstoffe für Torf im Preis steigen werden, wenn immer mehr Torf ersetzt wird.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?

Die Umstellung auf Substrate mit einem Torfanteil von 50 Vol.-% ist nach bisherigen Erfahrungen gut machbar, auch wenn es bei manchen Kulturen der ein oder anderen Anpassung bedarf. Wir möchten in den nächsten Jahren auf einen Anteil von mindestens 80 Vol.-% an Torfersatzstoffen kommen. Wir halten an der Torfreduzierung fest und hoffen, dass immer mehr Gärtner eine Torfreduzierung anstreben und den weltweiten Torfabbau nicht mehr länger hinnehmen. Wir alle müssen umdenken und uns für eine nachhaltige Umwelt und gegen den Klimawandel einsetzen.

Abbildung 2: Viola x cornuta als Trios im 13cm Topf in drei verschiedenen Substraten

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