Gärtnerei Sporleder

Gärtnerei Sporleder – Modellregion Nord

Interview mit Johannes Sporleder am 01.07.2020. Als Standardsubstrat wird ein Substrat mit 10% Holzfasern verwendet. Das TerZ-Substrat enthält 15% Holzfasern und 15% Perlite.

Foto: Johannes Sporleder

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes
Anfang der fünfziger Jahre wurde der Betrieb als reine Gemüsegärtnerei von meinen Großeltern gegründet. Mein Vater und Onkel übernahmen den Betrieb in den siebziger Jahren und wandelten ihn in einen Zierpflanzenproduktionsbetrieb um. Dabei lief der Absatz anfangs fast ausschließlich über den Wochenmarkt. Zu Beginn der neunziger Jahre eröffneten sie das erste Ladengeschäft in Heyen, 1999 das nächste in Bad Münder und 2012 ein weiteres in Hehlen. Seit 2016 findet in Heyen nur noch die Produktion statt.

Auf einer Grundfläche von etwa 5000 m² produzieren wir jetzt ein breites Beet- und Balkonsortiment, Frühjahrsblüher und Weihnachtssterne.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Die Eigenproduktion. Beet und Balkon ist bei uns die stärkste Zeit. Aber wir haben auch eine starke Floristik und bieten seit 2016 verschiedene Services rund um die Pflanze an. Dazu gehören GaLa-Bau, Überwinterungsservice, Trauerfloristik und Grabpflege. Sämtliche Geschäftsbereiche sind dabei nach wie vor in Familienhand.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Wir hatten nie etwas gegen Torfersatz. Das Arbeiten mit Torf war bisher halt immer sehr einfach, da er sich immer gleich verhält und gut berechenbar ist. Bei Torfersatzstoffen muss man dann genauer gucken, wie es sich mit der Wasserspeicherung und den Salzgehalten im Substrat verhält.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Wir haben ja jetzt mit 30% Torfersatz angefangen und das war kein Problem. Beim Gießen hat man es etwas gemerkt, dass das Substrat schneller abtrocknet und von den Kosten her ist es etwas teurer, aber nicht erheblich.

Die Poinsettien werden jetzt demnächst noch interessant. Da starten wir den Versuch direkt mit 50% Torfersatz.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?

Ich glaube ganz vom Torf weg wird man es nicht schaffen, aber ich denke unser Standardsubstrat wird dann bei 50% Torfersatz liegen und bei Gemüse könnte ich mir vorstellen, dass wir das bis dahin komplett torffrei produzieren.

Foto: Pelargonium zonale „Diego“ nach 12 Wochen Kultivierung in einem Substrat mit 30% Torfersatz
Foto: Team Sporleder in Hehlen

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