Substrate und Analysen – Fachkompetenz aus Freising

Ein wichtiges Forschungsgebiet der Arbeitsgruppe Pflanzenernährung im Institut für Gartenbau an der HSWT (Hochschule Weihenstephan – Triesdorf) in Freising ist seit Jahrzehnten die Zusammensetzung gärtnerischer Kultursubstrate und Blumenerden mit dem Schwerpunkt Torfersatzstoffe.

Institut für Gartenbau (IGB)
Versuchsgewächshäuser der Arbeitsgruppe Pflanzenernährung an der HSWT in Freising (Foto:HSWT).

Die jetzige wissenschaftliche Leiterin Prof. Dr. Elke Meinken hat sich bereits in ihrer Dissertation mit dieser Thematik beschäftigt. Des Weiteren sind Untersuchungen zur Reduzierung des Torfanteils in Kultursubstraten ein essentieller Bestandteil der Lehre im Rahmen von studentischen Praktika und Abschlussarbeiten. Durch die wiederkehrende Durchführung von Auftragsversuchen und die Mitarbeit in Gremien der Gütegemeinschaft für Substrate für Pflanzen e.V. (GGS) besteht eine enge Vernetzung mit der Substratindustrie und durch die Übernahme der Fachredaktion Substrate im Arbeitskreis „Koordinierung Zierpflanzenbau“ des Verbandes der Landwirtschaftskammern zu anderen Forschungsinstitutionen. Des Weiteren ist die Arbeitsgruppe ein gefragter Ansprechpartner für Substratproduzenten und Erzeugerberater bei der Aufklärung komplexer Schadensfälle. Zudem verfügt die Arbeitsgruppe Pflanzenernährung über ein modern ausgestattetes, schlagkräftiges agraranalytisches Labor, in dem alle im Projekt anfallenden Analysen in der Routine etabliert sind. Neben Substrat-, Boden-, Pflanzen- und Wasser- bzw. Nährlösungsproben aus Forschungsprojekten sowie studentischen Seminar- und Abschlussarbeiten, führt das Labor auch Analysen für Substrathersteller im Rahmen der Gütesicherung durch und organisiert regelmäßig Ringversuche im Bereich Substratanalytik für die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS) sowie den VDLUFA.

Die langjährige Erfahrung im Bereich Substrate und Analysen kommen dem gesamten TerZ-Projektnetzwerk zugute. Alle in den Projektbetrieben genommenen Proben werden an der HSWT in Freising analysiert und bewertet.

Die teilnehmenden Projektgärtner der Modellregion Süd im Modell- und Demonstrationsvorhaben TerZ werden von Ronja Fritzsche betreut.

Das Projektteam TerZ-BWL stellt sich vor

Das Projektteam TerZ-BWL am Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (v.l.):
Christian Sieweke, Anette Stadler, Prof. Dr. Stefan Krusche (Foto: HSWT)
 

Betriebswirtschaftliche Begleitung im TerZ-Projekt

Ergänzend zu den kulturtechnischen Untersuchungen im Rahmen des TerZ- Modell- und Demonstrationsvorhabens findet eine betriebswirtschaftliche Begleitung statt, die die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Substratumstellung untersucht. Diese wird vom Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) durchgeführt.

Hierbei erfolgt eine produktionsbegleitende Erfassung der Kulturdaten in allen 24 teilnehmenden Demonstrationsbetrieben sowie die anschließende Analyse und Bewertung der ermittelten Kulturkosten. Im Fokus der Betrachtung stehen der Einsatz von Produktionsmitteln sowie der Energie- und Arbeitszeitaufwand bei ausgewählten Kulturen in herkömmlichen Substraten im Vergleich zur Produktion in stark torfreduzierten Kulturverfahren. Ebenso berücksichtigt werden mögliche Absatz- und Erlösunterschiede beider Verfahren.

· Welche wesentlichen Faktoren sind für mögliche Unterschiede bei den Kosten der Leistungserstellung verantwortlich?

· In welcher Größenordnung bewegen sich diese Kostenunterschiede?

· Haben betriebsstrukturelle, kulturspezifische oder auch regionale Unterschiede nennenswerten Einfluss auf Deckungsbeiträge und Preisuntergrenzen?

Das Ziel der betriebswirtschaftlichen Begleitung ist es, aussagekräftige Erkenntnisse über die kulturspezifischen Kosten bei einem über mehrere Jahre begleiteten Umstieg auf stark torfreduzierte Kultursubstrate im Zierpflanzenbau zu gewinnen und daraus die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Substratumstellung im Rahmen des TerZ-Modell- und Demonstrationsvorhabens besser einschätzen und darstellen zu können.

In den 24 TerZ-Demonstrationsbetrieben werden die Softwareprogramme BeTa7 und Grünplan zur Datenerfassung eingesetzt (Abbildung: HSWT)

Das Projektteam TerZ-BWL am Institut für Gartenbau der HSWT

Herr Prof. Dr. Stefan Krusche vertritt seit 2004 das Lehrgebiet Betriebswirtschaft an der Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie der HSWT. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen auf der Kosten-, Planungs- und Investitionsrechnung, der optimalen Gestaltung von Arbeits- und Führungssystemen sowie Fragen der Betriebs- und Unternehmensentwicklung. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen und seines Werdegangs hat er an einer Vielzahl von Projekten auf dem Gebiet der betriebswirtschaftlichen Bewertung von gartenbaulichen Produktionsprozessen mitgewirkt, insbesondere mit Blick auf die Analyse und Gestaltung des betrieblichen Wachstums. Bedeutend für das TerZ-Projekt ist ebenfalls seine langjährige Beschäftigung und Forschung im Bereich der Arbeitswirtschaft und der Kulturkostenkalkulation.

Ein weiteres Hauptaugenmerk der betriebswirtschaftlichen Forschungsarbeit an der HSWT liegt auf der Entwicklung von Softwareprogrammen zur Erfassung von betriebswirtschaftlichen Daten (wie BeTa und ProdIS-Plant) sowie der ökonomischen Bewertung von Produktionsprozessen (KuKa, HeiKos, Mulchfolienrechner). Die Programme werden dabei zielgenau auf die Bedürfnisse von Gartenbaubetrieben angepasst und überzeugen durch einfache und praktikable Handhabung bei der Datenerfassung und der anschließenden Auswertung. Im Rahmen des TerZ-Projekts wird den Demonstrationsbetrieben neben der Anbauplanungssoftware Grünplan das Betriebstagebuch BeTa für die Arbeitszeiterfassung zur Verfügung gestellt. Die neuen BeTa-Versionen wurden von Herrn Christian Sieweke, Gartenbauingenieur, Projektmitarbeiter IT und EDV-Administrator am Institut für Gartenbau (IGB) der HSWT, programmiert.

Frau Anette Stadler,Gartenbauingenieurin und gelernte Gärtnerin mit langjähriger betriebswirtschaftlicher Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen der Grünen Branche, ist für die Projektbearbeitung verantwortlich und fungiert hierbei als Bindeglied zwischen IGB, den Kooperationspartnern und den 24 teilnehmenden Produktionsbetrieben. Die wissenschaftliche Mitarbeit umfasst neben der technischen Betreuung der Demonstrationsbetriebe im Umgang mit den Programmen vor Ort die Datenerfassung sowie die anschließende Aufbereitung, Analyse, Einordnung und Bewertung der erhaltenen Daten in Bezug auf die speziellen Fragestellungen des TerZ-Modell- und Demonstrationsvorhabens.

Das Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Foto: HSWT)

Modellregion Nord: Erste Ergebnisse machen Lust auf mehr

von Michael Emmel und Katja Arndt, Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem der LWK Niedersachsen

Fünf Regionen, 24 Betriebe und ein breites Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment lassen differenzierte Erfahrungen in der ersten Saison des Modell- und Demonstrationsvorhabens TerZ erwarten. Die Betriebe sind mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in das Vorhaben, Torf in ihren Kultursubstraten zu reduzieren, gestartet. Einige kultivieren bislang in reinen Torfsubstraten, andere haben bereits größere Anteile anderer Substratausgangsstoffe in ihren Standardsubstraten. Mit den jeweiligen Lieferanten wurde ein stärker torfreduziertes Substrat konzipiert, in dem die Betriebe jetzt parallel zu ihrem Standardsubstrat verschiedene Beet- und Balkonpflanzen kultiviert haben.

In der Modellregion Nord wurde dabei der Torfanteil im ersten Schritt auf 65 bis 70 Volumenprozent reduziert. Die meisten der darin kultivierten Pflanzenarten unterschieden sich zum Verkaufstermin kaum oder gar nicht von denen im Standardsubstrat. Teilweise waren einzelne Arten etwas größer oder etwas kleiner, etwas heller oder dunkler im Laub oder etwas lockerer oder kompakter aufgebaut. Alle Partien waren jedoch verkaufsfähig und vorhandene Unterschiede fielen nur im direkten Vergleich auf. Der Mehraufwand bei der Kultur in dem neuen Substrat hielt sich in Grenzen. In einigen Fällen musste die Düngung verändert werden. Hier haben die regelmäßig durchgeführten Substratanalysen geholfen, um rechtzeitig nachzusteuern. Aber auch Vorteile, wie zum Beispiel ein schnelleres Abtrocknen des stärker torfreduzierten Substrates, wurden von den Betriebsleitern wahrgenommen. Daher wollen einige dieses Substrat in der nächsten Beet- und Balkonpflanzensaison zu ihrem Standardsubstrat machen. Dann kann diesem im Rahmen des Projektes ein Substrat mit noch stärker verringertem Torfanteil gegenübergestellt werden.

Damit rückt das Ziel des Vorhabens in greifbare Nähe: 50 Volumenprozent Torf in den Substraten zu ersetzen, ohne dass es dadurch zu Qualitätseinbußen bei den Pflanzen kommt.

Die LVG Heidelberg stellt sich vor

Die staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für den Gartenbau Heidelberg (LVG Heidelberg) hat die Aufgabe praxisnahe Versuchsarbeit für den Gartenbau zu betreiben sowie in Aus- und Fortbildung Nachwuchs und Führungskräfte auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Dazu kommen regelmäßig Sonderaufgaben im Umweltbereich.       
Sie wurde am 1. Oktober 1952 gegründet. Der Lehrbetrieb wurde mit der einjährigen Fachschule am 7. Januar 1954 aufgenommen. Die LVG Heidelberg untersteht der Dienst- und Fachaufsicht des Ministeriums Ländlicher Raum, Baden-Württemberg (MLR) und teilt sich heute in den Fachbereich Bildung und Ökologie sowie Gartenbauliches Versuchswesen.                


Im Versuchswesen der LVG Heidelberg werden insbesondere umweltschonende und energieeinsparende Fragestellungen bearbeitet. Einen Schwerpunkt hierbei stellen praxisnahe Versuche zum Torfersatz in Kultursubstraten dar. Bereits in den 90er Jahren wurde an der LVG Heidelberg federführend das Konzept ‚Kontrollierter umweltgerechter Zierpflanzenbau‘ erstellt. In Folge war sie Mitglied im Gutachterausschuss zur Vergabe des ‚Grünen Zertifikats‘. Seit 1998 beschäftigt sich die LVG mit der Thematik „Anbau von Zierpflanzen nach ökologischen Richtlinien“. Im Mittelpunkt stehen dabei  Versuche zu torfreduzierten Bio-Substraten, organischen Bevorratungs- und Flüssigdüngern sowie der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln.       

 
Seit 2009 arbeitet die LVG intensiv in der Anbaugemeinschaft Bio-Zierpflanzen mit und führt zusammen mit dieser Interessensgemeinschaft und der Ökomene seit 2011 die gemeinsame Jahrestagung „Bio–Zierpflanzen & Kräuter, Nachhaltiger Gartenbau“ in Heidelberg durch.


Neben langjähriger Erfahrung in der Forschung von Torfersatzstoffen, hat sich die LVG Heidelberg besonders durch ihre digitale Ausrichtung und der Nutzung neuer Medien im Schulwesen sowie in der Projektarbeit einen Namen gemacht. So nutzt zum Beispiel die Anbaugemeinschaft Bio-Zierpflanzen das Learning Management System OLAT (Online Learning And Training) der LVG Heidelberg. Als Wissens- beziehungsweise Informationsdatenbank und Kommunikationszentrale (E-Mail, Chat oder virtuelle Diskussionsplattform) verbindet die Lernplattform alle Mitglieder der Anbaugemeinschaft auch über weite Distanzen hinweg.                 


Dieses erfolgreiche System hat die LVG Heidelberg auch dem Projekt TerZ zur Verfügung gestellt und somit neben der Betreuung der teilnehmenden Betriebe der Region Süd-West, die Aufgabe des Wissenstransfers innerhalb des Modell- und Demonstrationsvorhabens übernommen. Die Aufgabe Wissenstransfer umfasst dabei zum Einen die interne Projektvernetzung z.b. durch regelmäßige Videokonferenzen mit Projektpartnern und -teilnehmern, als auch die Repräsentation des Projektes nach Außen.

Das Projektteam der LVG Heidelberg (links im Bild), die fünf Projektteilnehmer der Modellregion Süd-West sowie die Gesamtkoordinatorin und die BWL-Begleitung während des ersten Projekttreffens

Im Profil: Die LVG Hannover-Ahlem

Die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem ist 1893 als Israelitische Gartenbauschule gegründet worden. Der Standort der ehemaligen Israelitischen Erziehungsanstalt und der Israelitischen Gartenbauschule kann somit auf ein über 125-jähriges Bestehen zurückblicken. Seit 1955 ist die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau ein Institut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Als Kompetenzzentrum Zierpflanzen im Rahmen der Norddeutschen Kooperation im Versuchs- und Beratungswesen werden hier Versuche im Zierpflanzenbau koordiniert und durchgeführt. Die LVG Ahlem ist der Ansprechpartner für Zierpflanzengärtner in fünf Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt).

Die LVG Ahlem ist eine Forschungseinrichtung, die über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der gärtnerischen Kultursubstrate zurückblickt. Daraus resultiert ein umfangreiches Expertenwissen zur Verwendung unterschiedlich zusammengesetzter Substrate im Zierpflanzenbau und eine entsprechend hohe Qualifikation der Mitarbeiter. Ein Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Beurteilung verschiedener Substratausgangsstoffe aus pflanzenbaulicher Sicht sowie auf der Begleitung der Entwicklung neuer Ausgangsstoffe. In mehreren Projekten ist in der Vergangenheit an Stoffen gearbeitet worden, die als Torfersatz dienen können.

Neben dem direkten Kontakt zu den Gartenbaubetrieben in Norddeutschland und im gesamten Bundesgebiet, wird der Austausch mit den Beratungseinrichtungen als Multiplikatoren gepflegt. Daher ist die Funktion der regionalen Koordination für die Modellregion Nord bei der LVG Ahlem gut aufgehoben. Dort werden fünf Zierpflanzenproduktionsbetriebe bei der Umstellung auf torfreduzierte Substrate direkt vor Ort begleitet und in Form von Beratung und Substratprobennahme unterstützt.

Auch für die Substratindustrie sowie für die entsprechenden Verbände, wie der Zentralverband Gartenbau, der Industrieverband Garten oder die Gütegemeinschaft Substrate, ist die Einrichtung ein wichtiger Ansprechpartner. In dem Bereich der Kultursubstrate besteht somit ein enges Netzwerk, durch das die LVG Ahlem als Gesamtkoordinator für das Projekt besonders prädestiniert ist. Hier werden die Fäden der einzelnen Regionen zusammengeführt und überregionale Projektbelange gebündelt und gesteuert.

Prof. Dr. Beßler

Der Posten der Projektleitung ist mit Prof. Dr. Bernhard Beßler, dem Leiter des Geschäftsbereiches Gartenbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der LVG Ahlem, besetzt. Prof. Beßler blickt auf langjährige Erfahrung in der Leitung und Koordination von Projekten und Arbeitskreisen zurück. Aktuell ist er als Sprecher des niedersächsischen Torfersatzforums tätig, was sich besonders gut mit der Arbeit im Projekt „TerZ“ ergänzt.

Michael Emmel

Michael Emmel ist seit über 15 Jahren der Experte zum Thema Substrate und Torfersatzstoffe an der LVG Ahlem. Er untersucht kontinuierlich die verschiedenen Substrate und ihre Komponenten in Praxisversuchen und bildet in den verschiedenen Arbeitskreisen und Ausschüssen ein wichtiges Bindeglied, um das Wissen in diesen Bereichen für die gesamte Branche voran zu bringen.

Katja Arndt

Die ausführende Kraft in der Praxis ist Katja Arndt, die als MSc. Gartenbau mit Motivation, Begeisterung und Berufserfahrung in verschiedenen Sparten ein vielfältiges Wissen zur optimalen Umsetzung des Projektes mitbringt. Die Belange der Betriebe können durch ihre Doppelfunktion als Regional- und Gesamtkoordinatorin so auf kurzem Wege praxisnah im Projekt umgesetzt werden.

Gärtnerei Klefer

Gärtnerei Klefer – Modellregion Nord

Dirk Klefer ist mit seiner Gärtnerei einer von 24 teilnehmenden Demonstrationsbetrieben. Im ersten Projektjahr produziert er in einem Substrat mit 25% Holzfasern und 10% gütegesicherten Substratkompost. Im Interview erzählt er, wie es ihm bisher im Projekt TerZ ergangen ist.

von links nach rechts: Dirk Klefer, Renate Klefer, Hermann Klefer, Mitarbeiterin Annika Stroers

Erzählen Sie kurz etwas über die Geschichte Ihres Betriebes
Der Betrieb wurde 1951 von meinem Großvater, Hermann Klefer, gegründet. 1974 übernahm mein Vater, Hermann Klefer jun., den Betrieb und ich jetzt seit 2016. Wir kultivieren auf 2700 m² Violen, Beet- und Balkonpflanzen, Heuchera und Herbstzauber. Heuchera und Herbstzauber werden auch indirekt vermarktet. Ansonsten vermarkten wir nur direkt. Wir haben 10 Angestellte, 3 Familienarbeitskräfte und 2 Azubis.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Wir sind „die Gärtnerei“ in Augustfehn, produzieren gute Qualitäten und sind Ansprechpartner vor Ort bei Blumenfragen. Unser Betriebsklima ist sehr familiär und wir sind immer bestrebt besser zu werden. Daher nehmen wir auch gerne an solchen Projekten, wie TerZ, teil. Zudem sind wir sehr umweltbewusst in unserem Handeln und der Produktion. Ein weiterer Grund für die Teilnahme an TerZ.
Unser Betrieb hat auch schon einige Auszeichnungen erhalten. Wir sind z.B. als 5-Sterne-Premium-Gärtnerei vom Bundesverband der Einzelhandelsgärtner ausgezeichnet worden und wurden 2019 von der Gemeinde Apen zum Betrieb des Jahres gekürt, worauf wir sehr stolz sind.

Wie war Ihre Einstellung vor dem Projekt zu Torfersatzstoffen? Was haben Sie darüber gedacht? (Anwendung, Kosten, etc.)?
Positiv. Torf ist endlich für den Gartenbau und wenn wir was für die Umwelt machen wollen, dann das. Wir arbeiten schon seit 5-6 Jahren mit Torfersatz. Bei Kokosfaser und künstlichen Torfersatzstoffen sträuben sich mir allerdings die Haare. Alles, was auch von weiter weg hertransportiert werden muss, ist für mich keine gute Option.

Haben sich bisher Befürchtungen oder Erwartungen erfüllt?
Ja, das Substrat trocknet wie erwartet schneller ab. Für die Gräser ist das positiv. Wir haben dadurch weniger Lebermoosbildung. Bei den anderen Pflanzen ist es nicht ganz so gut, wirkt sich aber bisher auch noch nicht besonders stark aus.

Was sind Ihre Ziele hinsichtlich der Verwendung von Torfersatzstoffen in den nächsten 10 Jahren?
Dranbleiben! Wir wollen möglichst weit mit dem Torfgehalt runtergehen. Wobei ich Torf an sich auch nicht verteufeln will, wenn er ordentlich abgebaut wird. Auch unser Marketing wollen wir dahingehend weiter verbessern. Ich merke wie der Trend besonders bei jungen Leuten in diese Richtung geht.

Carex brunnea nach 11 Wochen Kultivierung. Links in Substrat mit 35% Torfersatz, rechts im Standardsubstrat mit 25% Torfersatz

BMEL lädt ein zur Torfminderungstagung

Im Rahmen des neuen Klimaschutzgesetztes und dem nationalen Klimaschutzplan 2030 lud das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Tagung Torfminderung am 18. und 19. Februar 2020 nach Berlin. Anlässlich dieses Treffens kamen Wissenschaftler, Vertreter der Substratindustrie und der Gartenbauverbände zusammen.
Gemeinsam wurde der aktuelle Status quo erörtert und nach einer gemeinsamen Strategie zur Minderung im Torfverbrauch in Substraten gesucht.
Die TerZ-Demonstrationsbetriebe erhalten im Rahmen des Vorhabens Fördermittel des BMEL. Die Übergabe der zugehörigen Förderbescheide war Teil des Tagungsprogramms. Repräsentativ für die fünf Modellregionen überreichte Herr Uwe Feiler, parlamentarischer Staatssekretär, die Bescheide an fünf Demonstrationsbetriebe.

Überreichung der Förderbescheide an fünf Demonstrationsbetriebe durch parlamentarischen Staatssekretär Herrn Uwe Feiler (v.l.nr.: Katja Arndt, Stefan Gerritzen, Ralf Sauter, Herbert Eichelmann, Uwe Ablaß, Holm Wießner, Jörg Jansmann, Uwe Feiler, Quelle: BMEL).

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Gartenbau/_Texte/tagung-torfminderung.html