Aktuelles aus der Modellregion West – Herbst 2020

Von Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen, LWK Nordrhein-Westfalen

Die zweite Jahreshälfte hat auch das Pflanzensortiment im Projekt TerZ erreicht.

Sehr gute Erfolge in der Kultur konnten unsere Demonstrationsbetriebe mit den Herbstkulturen Chrysanthemum und Calluna erzielen.

Die Kultur der Chrysanthemen wurde satzweise umgestellt, sodass jeweils der komplette Satz in der Standard- bzw. der Torfersatz-Variante kultiviert wurde. Weder in Bezug auf den Habitus, noch auf die Ausfärbung der Pflanzenteile konnten Unterschiede erkannt werden. Der Unterschied im Blühstadium ist mit einem späteren Stecktermin zu erklären.

Chrysanthemum, links in Standardsubstrat bestehend aus 90 % Weißtorf und 10 % Holzfaser (gesteckt in KW 22), rechts in torfreduziertem Substrat mit 70 % Weißtorf, 20 % Holzfaser und 10 % Perlite (gesteckt in KW 23)

Calluna vulgaris, die in 50 % torfreduziertem Substrat kultiviert wurden, befinden sich derzeit in der Vermarktung.

Hier ist kein Unterschied zu den Besenheiden im Standardsubstrat zu erkennen. Calluna vulgaris, als Vertreterin der Moorbeetpflanzen, stellt hohe Ansprüche an den pH-Wert. Trotz der langen Kulturzeit von fast zehn Monaten blieb der pH-Wert im Substrat weitestgehend konstant und stieg erst in den letzten sechs Kulturwochen auf 4,5 im Standard- bzw. 4,6 im Torfersatz-Substrat an. Da der pH-Wert aber bis zur Vermarktung im tolerierbaren Bereich lag, wurden keine Qualitätseinbußen verzeichnet.

Calluna vulgaris kurz vor dem Verkauf in 100 % Weißtorf (links) sowie in 50 % torfreduziertem Substrat mit 30 % Holzfaser und 20 % Kokosmark (rechts)

Regionaler Erfahrungsaustausch in der Modellregion West

Von Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen, LWK Nordrhein-Westfalen

In der Modellregion West im Projekt TerZ trafen sich die Demonstrationsbetriebe am 03.09.2020 zu einem regionalen Erfahrungsaustausch.

Urkundenvergabe an (v.l.n.r.) Christoph Schönges, Roy Könitzer (Gartenbau P. Cox), Wolfgang Leenen, Anna Heekeren
(Aufnahme: Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen)

Nach der Urkundenübergabe, die Andrew Gallik (Projektleiter Modellregion West) übernahm, stand ein Betriebsrundgang im Gartenbaubetrieb Wolfgang Leenen auf dem Programm. Der persönliche Austausch über das erste Projektjahr fand anschließend mit gebührendem Abstand in einem großen Stuhlkreis statt.

Auch Anette Stadler, die das Projekt hinsichtlich der betriebswirtschaftlichen Aspekte begleitet, war vor Ort und konnte so persönlich von ihren Erfahrungen bei der Datenerhebung berichten.

Aus den Reihen der Betriebe lässt sich der Wunsch nach fachlichem Austausch vernehmen, sodass wir gegenwärtig schon auf das nächste Treffen hinarbeiten. Über die rege Teilnahme der Demonstrationsbetriebe und das Engagement im Projekt TerZ freuen wir uns bereits jetzt.

Betriebsrundgang Gartenbau Wolfgang Leenen
(Aufnahme: Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen)

Aktuelles aus der Modellregion West – Beet und Balkon 2020

von Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen, LWK Nordrhein-Wesfalen

Eine aufregende und zwischenzeitlich auch ungewisse Beet und Balkonpflanzensaison ist zu Ende gegangen. Auch für unsere Modellbetriebe im Projekt TerZ war dies eine ungewöhnliche Saison. Trotz aller Widrigkeiten haben alle fünf Betriebe sehr engagiert an der Torfreduzierung ihrer Substrate gearbeitet und erfreuten sich eines sehr guten Erfolgs hinsichtlich der Kulturen.

Die Torfreduzierung der jeweiligen Substrate lag bei 30 % bis 100 %. Erste Beobachtungen zeigen, dass die torfreduzierten Substrate in den Betrieben keinen erheblichen Mehraufwand bezüglich der Bewässerung mit sich bringen. Diese Thematik werden wir in den nächsten Kulturen weiterhin betrachten und dokumentieren, sodass hierzu belastbare Aussagen getroffen werden können.

Alle Kulturen der Beet und Balkonpflanzensaison, die im Projekt kulturtechnisch begleitet wurden, wurden ohne Mängel oder Schäden kultiviert.

Den Sprung ins kalte Wasser haben zwei der Betriebe mit den Kulturen Festuca glauca und Calibrachoa gewagt. Sie haben Teile der Kulturen in torffreiem Substrat kultiviert. Der Erfolg kann sich sehen lassen!

Festuca glauca, links im Standardsubstrat (80% Torf), rechts im torffreien Substrat
(Aufnahme: Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen)
Calibrachoa, 68% torfhaltiges Standardsubstrat (links), im Vergleich zu torffreiem Substrat (rechts)
(Aufnahme: Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen)

Modellregion Nord: Erste Ergebnisse machen Lust auf mehr

von Michael Emmel und Katja Arndt, Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem der LWK Niedersachsen

Fünf Regionen, 24 Betriebe und ein breites Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment lassen differenzierte Erfahrungen in der ersten Saison des Modell- und Demonstrationsvorhabens TerZ erwarten. Die Betriebe sind mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in das Vorhaben, Torf in ihren Kultursubstraten zu reduzieren, gestartet. Einige kultivieren bislang in reinen Torfsubstraten, andere haben bereits größere Anteile anderer Substratausgangsstoffe in ihren Standardsubstraten. Mit den jeweiligen Lieferanten wurde ein stärker torfreduziertes Substrat konzipiert, in dem die Betriebe jetzt parallel zu ihrem Standardsubstrat verschiedene Beet- und Balkonpflanzen kultiviert haben.

In der Modellregion Nord wurde dabei der Torfanteil im ersten Schritt auf 65 bis 70 Volumenprozent reduziert. Die meisten der darin kultivierten Pflanzenarten unterschieden sich zum Verkaufstermin kaum oder gar nicht von denen im Standardsubstrat. Teilweise waren einzelne Arten etwas größer oder etwas kleiner, etwas heller oder dunkler im Laub oder etwas lockerer oder kompakter aufgebaut. Alle Partien waren jedoch verkaufsfähig und vorhandene Unterschiede fielen nur im direkten Vergleich auf. Der Mehraufwand bei der Kultur in dem neuen Substrat hielt sich in Grenzen. In einigen Fällen musste die Düngung verändert werden. Hier haben die regelmäßig durchgeführten Substratanalysen geholfen, um rechtzeitig nachzusteuern. Aber auch Vorteile, wie zum Beispiel ein schnelleres Abtrocknen des stärker torfreduzierten Substrates, wurden von den Betriebsleitern wahrgenommen. Daher wollen einige dieses Substrat in der nächsten Beet- und Balkonpflanzensaison zu ihrem Standardsubstrat machen. Dann kann diesem im Rahmen des Projektes ein Substrat mit noch stärker verringertem Torfanteil gegenübergestellt werden.

Damit rückt das Ziel des Vorhabens in greifbare Nähe: 50 Volumenprozent Torf in den Substraten zu ersetzen, ohne dass es dadurch zu Qualitätseinbußen bei den Pflanzen kommt.

BMEL lädt ein zur Torfminderungstagung

Im Rahmen des neuen Klimaschutzgesetztes und dem nationalen Klimaschutzplan 2030 lud das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Tagung Torfminderung am 18. und 19. Februar 2020 nach Berlin. Anlässlich dieses Treffens kamen Wissenschaftler, Vertreter der Substratindustrie und der Gartenbauverbände zusammen.
Gemeinsam wurde der aktuelle Status quo erörtert und nach einer gemeinsamen Strategie zur Minderung im Torfverbrauch in Substraten gesucht.
Die TerZ-Demonstrationsbetriebe erhalten im Rahmen des Vorhabens Fördermittel des BMEL. Die Übergabe der zugehörigen Förderbescheide war Teil des Tagungsprogramms. Repräsentativ für die fünf Modellregionen überreichte Herr Uwe Feiler, parlamentarischer Staatssekretär, die Bescheide an fünf Demonstrationsbetriebe.

Überreichung der Förderbescheide an fünf Demonstrationsbetriebe durch parlamentarischen Staatssekretär Herrn Uwe Feiler (v.l.nr.: Katja Arndt, Stefan Gerritzen, Ralf Sauter, Herbert Eichelmann, Uwe Ablaß, Holm Wießner, Jörg Jansmann, Uwe Feiler, Quelle: BMEL).

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Gartenbau/_Texte/tagung-torfminderung.html