Aktuelles aus der Modellregion West

Ergebnisse der Poinsettiensaison 2021

Von Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen, LWK Nordrhein-Westfalen

Weihnachten steht kurz bevor, was für unsere Demonstrationsbetriebe im Projekt TerZ
bedeutet: Die Sterne sind fertig!

Ein Beispiel aus der Modellregion West zeigt, dass sich Weihnachtssterne (Euphorbia
pulcherrima) in stark torfreduzierten Substraten erfolgreich kultivieren lassen. Hier sind
mittlerweile nur noch 50 Vol.-% Torf im Standardsubstrat der Weihnachtssterne enthalten.

Abbildung 1: Stickstoffverfügbarkeit (gemessen in CAT) während der Kultur bei zweiwöchiger Substratbeprobung, mit dem Fokus auf die Stickstoffunterversorgung zum Zeitpunkt des Austriebs im torffreien Substrat (rote Markierung)

Auch die Produktion torffreier Poinsettien wurde parallel getestet, jedoch mit einigen Qualitätseinbußen. Es zeigte sich, dass in der Phase des Austriebs nach dem Stutzen eine Unterversorgung an Stickstoff vorherrschte. Dies ist durch die Festlegung von Stickstoff im Substrat zurückzuführen und war selbst mit zusätzlicher Kalksalpeterdüngung nicht mehr gänzlich aufzuholen. (Abb. 1) Ein zusätzlicher Befall von Trauermückenlarven in beiden Substraten wirkte sich negativ auf die Bewässerungs- bzw. Düngegaben aus, da hier die Intervalle vergrößert werden mussten, um die Substrate etwas trockener zu halten. Die Auswirkung der Stickstoffunterversorgung war, dass sich einige Triebe nicht optimal entwickeln konnten und die Brakteenanzahl somit verringert war.

Abbildung 2: Weihnachtssterne im 17cm Topf; links im torfreduzierten Substrat mit 50 Vol.-% Weißtorf, 25 Vol.-% Kokos, 15 Vol.-% Pinienrinde und 10 Vol.-% Perlite; rechts im torffreien Substrat mit 35 Vol.-% Pinienrinde, 35 Vol.-% Kokos, 20 Vol.-% Holzfaser und 10 Vol.-% Reisspelze

Das stark torfreduzierte Substrat mit 50 Vol.-% Torfanteil hat zur vollsten Zufriedenheit des Gärtners funktioniert und wird auch in der kommenden Saison als Standardsubstrat wieder Verwendung finden.

Videoportrais: Torfreduzierte Substrate


Von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Torffreies Gärtnern ist nicht nur unter Hobbygärtnern gefragt. Auch im Erwerbsgartenbau reduzieren die ersten Betriebe bewusst den Einsatz von Torf und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Der Profi-Gärtner Christoph Schönges zeigt, welchen Weg er dabei gegangen ist und teilt seine Erfahrungen beim Umstieg auf eine torffreie Produktion.

Modellregion Nord

Gelungener Betriebsinformationstag in Wolfsburg

Von Katja Arndt, LWK Niedersachsen

Am 09.11.2021 fand in der Gärtnerei Schliebener der erste Betriebs-informationstag für Gärtner statt, die an der Umstellung auf stärker torfreduzierte Substrate interessiert sind und sich einen praxisorientierten Erfahrungsaustausch zu diesem Thema wünschen.

Inhaber Tim Schliebener (Foto: Katja Arndt)

Die Veranstaltung fand großen Anklang und wurde sowohl von zahlreichen Gärtnern und Gärtnerinnen, wie auch anderen Vertretern der Branche besucht, sodass ein lebhaftes Forum mit verschiedenen Perspektiven auf das Thema entstehen konnte. Der Austausch entwickelte sich nach dem Rundgang noch direkt im Gewächshaus zwischen den torfreduziert kultivierten Poinsettien, wo Herr Schliebener von seinen Erfahrungen mit diesen im Vergleich zu seinem Standardsubstrat berichtete. Durch die regelmäßigen Substratproben im Projekt stellte sich z.B. heraus, dass im Betrieb die Düngung durch das weiche Gießwasser mehr angepasst werden muss, um die abfallenden pH-Werte während der Kulturdauer abzufangen.

Als wesentlichen Unterschied zu seiner Standardkultur stellte er zudem fest, dass er die Düngung insgesamt um ca. 20 % erhöhen musste, da die Substrate allem Anschein nach nicht mehr so gut puffern wie es Substrate mit höheren Torfanteilen tun. Auch andere Betriebsleiter erzählten von ihren Erfahrungen mit verschiedenen torfreduzierten Substraten. Man war sich einig, dass eine schrittweise Absenkung des Torfanteils ein guter Weg zu einem stärker torfreduzierten Substrat sei und die Produktion in Substraten mit 50 Vol.-% Torfanteil in der Regel ohne größere Umstellungen der Kulturführung gut umsetzbar ist. Wichtig ist, nah an der Kultur zu bleiben, da das Substrat schneller mit Veränderungen bei pH- und Nährstoffwerten reagiert. „Zukünftig wird es nicht mehr das eine Substrat geben, sondern wir werden es mit vielen verschiedenen Substraten zu tun haben und müssen wieder mehr Gärtner sein.

Auch die Frage, wie die Endverbraucher mit den Substraten zurechtkommen werden, wurde diskutiert. Bisher waren die Erfahrungen der Teilnehmer, dass die Kunden ihre Aufmerksamkeit noch eher auf andere Umweltthemen, wie z.B. Insektenfreundlichkeit fokussieren und die Torfthematik bisher noch zu wenig bekannt ist. Hier war die Meinung, dass die Kunden dahingehend noch mehr informiert werden müssen und auch der praktische Umgang mit den Substraten zu Hause erst noch vom Kunden erlernt werden muss.

Daran, dass die Torfreduktion in den Substraten generell kommen wird, hatte von den Teilnehmern keiner Zweifel. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird uns die Politik dazu zwingen“ war ein O-Ton.

Da einige Substrathersteller vertreten waren, wurde auch das Thema der Rohstoffverfügbarkeit diskutiert. Die Hersteller gaben an, dass es bei steigender Nachfrage nach Torfersatz momentan sicher einige Engpässe geben würde, sich aber durch die steigende Nachfrage weitere Möglichkeiten eröffnen werden, neue Quellen für alternative Ausgangsstoffe zu generieren. Ein anwesender Berater sagte: „Wenn Torf nicht mehr da ist, wird sich hier ein Markt bilden“. Und selbst ein Hersteller sagte, dass Torf sich zum Nebenprodukt entwickeln wird. Unter anderem wurde über das Für und Wider von Gärresten diskutiert.

Selbstverständlich durfte in diesem Zuge auch nicht die Frage nach den Kosten fehlen. Besonders der anwesende Berater macht darauf aufmerksam, dass die steigenden Preise in vielen Bereichen im Gartenbau nicht immer nur durch Einsparungen ausgeglichen werden können. Betriebe müssen zukünftig ihre Preise erhöhen, um wirtschaftlich zu bleiben.

Gäste an der Substratbar (Foto: Katja Arndt)

So gestaltete sich ein bunter und vielseitiger Austausch, wo Fragen aus der Praxis offen diskutiert wurden und der Eindruck entstand, dass die Gäste zufrieden abgereist sind.

Wenn auch Sie gern an solch einem Austausch im Rahmen des Projektes TerZ teilnehmen möchten, schauen Sie regelmäßig auf www.-projekt-terz.de, wo die nächsten Termine veröffentlicht werden. Wir freuen uns auf Sie!

Gäste begutachten torfreduzierte Poinsettien (Foto: Katja Arndt)

Thema: Poinsettien

Modellregion Ost lädt ein
zur Fachtagung

Von Anna-Victoria August, Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)

Das LfULG lädt herzlich zur virtuellen Fachtagung „Poinsettien“ am 16. November 2021 ein!

Informieren Sie sich bei der Videokonferenz über eine nachhaltige und ressourcenschonende Kulturführung von Poinsettien. Verschiedene Vorträge berichten u.a. zu Möglichkeiten und Grenzen bei Weihnachtssternen oder auch deren torfreduzierte Produktion im Modell- und Demonstrationsvorhaben „TerZ“. 

Neben der Kultur von Weihnachtssternen stehen mit der CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe und Pflanzenstärkungsmitteln zudem zwei aktuelle Themen auf dem Programm, die diskutiert werden sollen.

Deshalb: Herzliche Einladung! Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!

Die Voranmeldung können Sie ab sofort über den folgenden Link vornehmen:

https://www.edudip.com/de/webinar/fachtagung-poinsettien/1679858

Über diesen Link können Sie auch noch kurz vor der Veranstaltung am Dienstag, 16.11.21 um 13:00 Uhr einsteigen. Die Teilnahme ist weiterhin kostenfrei.

Wenn der Link nicht funktioniert, kopieren Sie ihn bitte in Ihren Internetbrowser (Firefox, Edge, Chrome o.ä.) und starten Sie dort. Für die Anmeldung ist Ihr Name sowie eine E-Mail-Adresse erforderlich, die direkt nach der Videokonferenz wieder gelöscht werden. Es erfolgt keine Aufzeichnung.

LVG Heidelberg

Betriebsinformationstag in
Modellregion Süd-West

Von Gerlind Hammann, LVG Heidelberg

Zum Abschluss des zweiten Projektjahres lädt die LVG Heidelberg zum Betriebsinformationstag im Modellbetrieb Hartmann in Ubstadt-Weiher ein.

Der von der LVG Heidelberg begleitete TerZModellbetrieb Hartmann in Ubstadt-Weiher
öffnet am 01.Dezember 2021 seine Türen für interessierte Gärtner, die einen Eindruck von
torfreduzierter Zierpflanzenproduktion in der Praxis bekommen möchten. Betriebsleiter Ulrich Hartmann wird durch seinen Betrieb führen und von seinen Erfahrungen im Projekt TerZ in den vergangenen zwei Projektjahren berichten.

Im Anschluss freut sich das Team der LVG Heidelberg auf fachlichen Austausch zum
Thema Torfersatzstoffe.

Weitere Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Modellregion Nord

Gute Erfahrungen mit TerZ: Gärtnerei Klefer im Interview

Von Katja Arndt (LVG Ahlem/Landwirtschaftskammer Niedersachsen) und Gerlind Hammann (LVG Heidelberg)

Gärtnerei Klefer nimmt als Demonstrationsbetrieb der Modellregion Nord am Projekt TerZ teil.

Der Betrieb aus Augustfehn wurde 1951 gegründet und hat eine Produktionsfläche von 2700 m² unter Glas und Folie. Auf 800 m² Verkaufsfläche werden hier Violen im Frühjahr, Beet- und Balkonpflanzen im Sommer, sowie ein breites Herbstzaubersortiment, Carex und Heuchera im Herbst angeboten. Auch ein umfangreiches Gemüsesortiment lässt sich in der Gärtnerei gut zusammenstellen. In familiärer Atmosphäre erlebt der Kunde hier ein gemütliches Shoppingerlebnis bei kompetenter Beratung. Die Gärtnerei legt besonders großen Wert auf eine nachhaltige und umweltschonende Produktion.

Inzwischen nimmt die Gärtnerei jetzt im 2. Jahr am Projekt teil und hat das Ziel mit maximal 50 Vol.-% Torfanteil im Substrat zu produzieren bereits erreicht. Herr Klefer setzt dabei auf eine Substratzusammensetzung von 50% Torf, 10 % Rindenhumus, 30% Holzfaser und 10% Grüngutkompost.

Welche Erfahrungen mit den torfreduzierten Substraten bisher im Betrieb gemacht wurden, erfahren Sie im Video.

Herbst 2021

Aktuelles aus der Modellregion West

Von Melanie Bank, Versuchszentrum Gartenbau Straelen, LWK Nordrhein-Westfalen

Wie bereits im Vorjahr konnten die Kulturen Chrysanthemum und Calluna mit einem sehr guten Ergebnis kultiviert werden. Beide Kulturen wurden in Substraten mit einem Torfanteil von 50 Vol.-% produziert.

Abbildung 1: Chrysanthemum, links im Standardsubstrat mit 80 Vol.-% Weißtorf und 20 Vol.-% Holzfaser (gesteckt in KW 19), rechts im TerZ-Substrat mit 50 Vol.-% Weißtorf, 30 Vol.-% Holzfaser, 10 Vol.-% Perlite und 10 Vol.-% Grüngutkompost (gesteckt in KW 20)

Erfreulich ist, dass sich bei den Chrysanthemen und deren Bewässerung mit Regenwasser der Einsatz von Grüngutkompost als Sicherheit bei der Kulturführung erwies. Kompost hat als positive Eigenschaft ein sehr hohes Puffervermögen, das bereits bei einer Beimischung von 10 Vol.-% in Kultursubstraten zu beobachten ist. So zeigte sich, dass der pH-Wert im TerZ-Substrat relativ stabil blieb, wohingegen der pH-Wert im Standardsubstrat enorm absank (Abb. 2).

Abbildung 2: Vergleich der Entwicklung des pH-Werts im Standard- und TerZ-Substrat

Das positive Ergebnis der Calluna-Kultur 2020 konnte in 2021 bestätigt werden. Hier blieb der pH-Wert bis kurz vor Ende der Kulturlaufzeit stabil unter 4,0. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde auch das Standardsubstrat um 20 Vol.-% im Torfanteil reduziert und durch Holzfasern ersetzt.

Abbildung 3: Calluna vulgaris im Standardsubstrat mit 80 Vol.-% Weißtorf und 20 Vol.-% Holzfaser (links) sowie im TerZ-Substrat mit 50 Vol.-% Weißtorf, 30 Vol.-% Holzfaser und 20 Vol.-% Kokos (rechts)

Beet- und Balkonpflanzensaison 2021

Zweite Phase im Projekt TerZ erfolgreich absolviert

Artikel und Bilder: Gemeinschaftsarbeit der LVG Ahlem, LVG Heidelberg, VZG Straelen/ KölnAuweiler, LfULG Dresden-Pillnitz und HSWT

Das Projekt TerZ wird derzeit von vielen verfolgt, da es sich mit der brandaktuellen Thematik der Torfminderung aktiv in der Praxis auseinandersetzt. Zur Erinnerung: Es
handelt sich um das Modell- und Demonstrationsvorhaben, was 24 Zierpflanzenbetriebe aus ganz Deutschland über drei Jahre bei der Umstellung auf stärker torfreduzierte Substrate begleitet und unterstützt. Das Projekt ist dabei in drei Phasen gegliedert:

Die Einführungsphase, in der die Demonstrationsbetriebe 2019/2020 mit zunächst geringer Torfreduzierung (durchschnittlicher Torfanteil 70 Vol.-%) gestartet sind, um zu schauen, welche Veränderungen sich in der Kulturführung ergeben könnten und in welchen Bereichen verstärkte Aufmerksamkeit gefragt ist. In der Optimierungsphase soll dann mit bereits geschärftem Blick mit max. 50 Vol.-% Torf im Substrat produziert und die Kulturführung entsprechend optimiert und angepasst werden. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase, soll das stärker torfreduzierte Substrat in der Festigungsphase als Standard im Betrieb etabliert werden und läuft mit der neu angepassten Kulturführung möglichst ohne größere Unterstützung weiter.

In der Beet- und Balkonpflanzensaison 2021 haben 22 Betriebe das Projektziel mit maximal 50 Vol.-% Torf im Substrat zu produzieren bereits erreicht. Auch die sogenannten TerZ-Substrate aus der Einführungsphase sind teilweise schon als Standard in einigen Betrieben übernommen worden, was den Erfolg für sich sprechen lässt.

Abbildung 1: Calibrachoa, Kulturwoche 8. Links im
Standardsubstrat mit 15 Vol.-% Holzfasern und 15 Vol.-% Perlite, rechts im TerZ-Substrat mit 20 Vol.-% Holzfasern, 15 Vol.-% Perlite und 15 Vol.-% Kokosmark
Abbildung 2: Impatiens, Kulturwoche 8. Links im Standardsubstrat mit 25 Vol.-% Holzfasern, rechts im TerZ-Substrat mit 30 Vol.-% Holzfasern und 20 Vol.-% Kokosmark

Was ist nun zu den Ergebnissen im Detail zu sagen? Insgesamt ist die Beet- und Balkon-pflanzensaison mit diesen Substraten als sehr gut zu bewerten. Wie schon bei den
vorangegangenen Frühjahrsblühern, sind optisch überwiegend keine bis geringe Un-terschiede bei den fertig produzierten Pflanzen zu beobachten gewesen. Anpassungen in Bezug auf Düngung und Bewässerung waren in den Regionen teilweise allerdings nötig und in Einzelfällen sind auch größere Probleme aufgetreten.

Abbildung 3: Pelargonium zonale, Kulturwoche 9. Links im Standardsubstrat mit 15 Vol.-% Holzfasern und 15 Vol.-% Perlite, rechts im TerZ-Substrat mit 20 Vol.-% Holzfasern, 15 Vol.-% Perlite und 15 Vol.-% Kokosmark

In der Region Nord wurden in allen Fällen beide Substratvarianten (Standard und TerZ) von allen Betrieben gleich gedüngt und bewässert, sodass auch kein merklicher Mehraufwand von den Betriebsleitern festgestellt wurde. In der Endbonitur waren keine bis wenig Unterschiede in den Kulturen festzustellen (Abb. 1 und 2). Teilweise waren die TerZ-Kulturen etwas größer (Abb. 3 und 4).

Abbildung 4: Sanvitalia procumbens, Kulturwoche 11. Links im Standardsubstrat mit 8 Vol.-% Ton, rechts im TerZSubstrat mit 25 Vol.-% Holzfasern, 20 Vol.-% Rindenhumus und 8 Vol.-% Tonosmark

In der Region West zählten unter anderem Bacopa, Euphorbia hyp., Calibrachoa sowie Petunia, Dianthus, Lavandula und Pelargonium zonale (Abb.5) zu den unproblematischen Kulturen des Beet- und Balkonsortiments 2021. Trotz teilweise hoher Kaliumgehalte bis 553 mg/l bei Substrateingang verlief die Einwurzelung bei allen Kulturen sehr gut. In den Betrieben, die mit sehr hohen Kaliumgehalten konfrontiert waren, wurde entweder die Düngung bereits angepasst, oder es wird in den kommenden Kulturen auf eine stickstoffbetontere Düngung umgestellt. Auch lange Standzeiten bei überjährigen Dianthus zeigten stabile pH-Werte und führten zu optimalen Ergebnissen in der Pflanzenqualität.

Auch die in der Region Ost vorwiegend begleiteten Pelargonien, Lavendel, Petunien und Streptocarpus entwickelten sich problemlos ohne wesentliche Umstellungen in der Kulturführung (Abb. 6 und 7).

Abbildung 5: Pelargonium zonale links im StandardSubstrat (80 Vol.-% Weißtorf, 20 Vol.-% Holzfaser), rechts im TerZ-Substrat (50 Vol.-% Weißtorf, 30 Vol.- % Holzfaser, 10 Vol.-% Perlite, 10 Vol.-% Kompost)

Die bisher verwendeten Standard-Substrate enthalten hier 100 Vol.-% Torfanteil und wurden mit TerZ-Substraten mit 50 Vol.-% Torfanteil verglichen. Vereinzelt wurde ein geringer Mehraufwand festgestellt, da zusätzlich ein bis zwei Gießvorgänge mit etwas mehr Anstauzeit erforderlich waren (z.B. bei Streptocarpus).
Dies ist vermutlich auf die drainierenden Eigenschaften der Holzfaser zurückzuführen, die bei allen vier Betrieben als primärer Torfersatzstoff mit einem Anteil von durchschnittlich etwa 30 Vol.-% im Substrat zum Einsatz kam. Das schnellere Abtrocknen der torfreduzierten Substrate wurde nicht von allen Modell- und Demonstrationsbetrieben als Kritikpunkt gewertet. Ein Hinauszögern der Gießdurchgänge und damit ein gleich häufiges Gießen wie beim Standardsubstrat war ohne Qualitätseinbußen möglich.

Abbildung 6: Gleiche Sorten von Pelargonium zonale in stark torfreduziertem Substrat (obere Reihe) mit 50 Vol.-% Torfanteil (30 Vol.-% Holzfaser, 10 Vol.-% Perlite, 10 Vol.-% Kompost) und im herkömmlich verwendeten Substrat (untere Reihe ) mit 100 Vol.-% Torfanteil.
Abbildung 7: Streptocarpus im stark torfreduzierten Substrat mit 50 Vol.-% Torfanteil (30 Vol.-% Holzfaser, 10 Vol.-% Perlite, 10 Vol.-% Kompost) nach acht Wochen Kulturdauer.

Vereinzelte Sorteneffekte führten in beiden Substratvarianten mitunter zu unterschied-lichen, aber insgesamt guten Qualitäten. Unterschiede wären ohne direkten Vergleich nicht erkennbar gewesen. Auch in Bezug auf die Ausfallquote sowie den Einsatz von Pflanzen-schutzmitteln und Hemmstoffen gab es keine negativen Auffälligkeiten im Substratvergleich.

In der Region Süd wurden ebenfalls von allen Betrieben gute Qualitäten bei Calibrachoa, Pelargonien, Sanvitalien, Petunien und Fuchsia mit Torfanteilen im Substrat von 50 – 60 Vol.-% produziert. Ein Gärtner stellte fest, dass im torfreduzierten Substrat mit 50 Vol.-% Torfanteil der Befall an Trauermücken und Botrytis etwas stärker war als im neu aus-gewählten Standard-substrat mit 70 Vol.-% Torf, jedoch führte dies nicht zu großen Ausfällen. Zwei Betriebe haben alle Kulturen auf ein Substrat mit 50 Vol.-% Torf umgestellt und verzeichneten gute Qualitäten.

Hinsichtlich Bewässerung und Düngung gab es bei allen Gärtnern keine nennenswerten Unterschiede. Ein Gärtner berichtete, dass er generell die Stickstoffdüngung leicht angehoben hat, womit er in den torfreduzierten Kulturen gute Erfolge erzielte. Die Bewässerung fand weitestgehend identisch wie im Standardsubstrat statt.

Der Torfanteil der Substrate, die von den Betrieben der Region Süd-West verwendet wurden, variierte zwischen 20 und 60 Vol.-%. Pelargonium zonale, in hoher Stückzahl (180.000 Stück) in einem Substrat mit 60 Vol.-% Weißtorf, 20 Vol.-% Holzfaser, 15 Vol.-% Rindenhumus und 5 Vol.-% Ton in KW 5 getopft, zeigte sich zum Vermarktungsbeginn in KW 17 in guter Qualität (Abb. 8). Der Betriebsleiter berichtete von einer Anpassung in der Düngung: Um die Kultur trotz der durch die Holzfaser hervorgerufenen N-Immobilisierung sicher mit Stickstoff zu versorgen, wurde verstärkt mit Kalksalpeter gedüngt.

Abbildung 8: Pelargonium zonale konnte mit einer Anpassung der N-Düngung in 60 Vol.-% Torf in guter Qualität produziert werden.

Ein anderer Betrieb, der Pelargonium peltatum in einem Substrat mit 50 Vol.-% Torf und etwa gleichen Anteilen von Holzfaser, Rindenhumus, Ton und Grünkompost kultivierte, konnte ebenfalls ein gutes Ergebnis zum Kulturende verzeichnen. Hier wurde kein höherer Stickstoffbedarf, aber ein etwas schnelleres Abtrocknen des Substrats festgestellt. Die Kultur von Echinacea purpurea fand im gleichen Substrat statt und führte ohne Anpassungen der Kultur-maßnahmen zur gewünschten Vermarktungsqualität (Abb. 9).


Der Pflanzenbestand blieb aber aufgrund der Witterung im Vergleich zu den Vorjahren etwas kleiner.

Abbildung 9: Echinacea purpurea, produziert in 50 Vol.-% Torf, zeigte zum Vermarktungsbeginn eine
sehr gute Durchwurzelung.

Ein weiterer Betrieb, der Echinacea purpurea in einem Substrat mit 20 Vol.-% Torf, 35 Vol.-% Holzfaser, 30 Vol.-% Ton und 15 Vol.-% Grünkompost kultivierte, berichtete hingegen von erheblichen Schwierigkeiten zu Kulturbeginn. Das stark torfreduzierte Substrat trocknete, wenn es einmal vollkommen durchnässt war, nur sehr langsam ab. Dies hatte einen starken Botrytisbefall und dementsprechend auch hohe Ausfallraten zur Folge. Beim anschließenden 2. Satz wurde auf eine deutliche trockenere Kulturführung geachtet, wodurch ein Botrytisbefall fast vollständig vermieden wurde. Aufgrund des hohen Salzgehaltes, der auf den hohen Anteil von Grünkompost zurückzuführen ist, wuchsen diese Echinaceaen auch deutlich kompakter, weshalb auf einige Hemmstoffeinsätze verzichtet werden konnte.

Bei einem Nord-Betrieb, dessen TerZ-Substrat 30 Vol.-% Holzfasern enthält, deutete sich zwischenzeitlich hingegen an, dass das Substrat beim Bewässern von unten das Wasser nicht so gut in den Topf hochzieht (Abb. 10). Diese Problematik relativierte sich während der Kultur wieder. Teilweise wurde auch in den Betrieben beobachtet, dass das Substrat besonders in kleineren Töpfen an den Tischrändern schneller austrocknet und schwieriger wiederzubenetzen ist. Hier wird deutlich, dass bei zukünftigen TerZ-Kulturen ein verstärktes Augenmerk auf die Bewässerung gelegt werden sollte, um Unterschiede und Probleme in dieser Richtung weiter herauszuarbeiten und eventuelle Anpassungen beim Substrat oder in der Kulturführung vorzunehmen.

Abbildung 10: Sanvitalia, Kulturwoche 6, direkt nach dem Bewässern. Links im Standardsubstrat mit 25 Vol.-% Holzfasern, rechts im TerZ-Substrat mit 30 Vol.-% Holzfasern, 10 Vol.-% Rindenhumus und 10 Vol.-% Grüngutkompost

Auch bei einer Fuchsienkultur in der Region West sowie bei der Kultur von Calibrachoa und Petunien eines Betriebes in der Region Nord traten größere Unterschiede zwischen den Pflanzen in den beiden Substraten auf.

Bei den Fuchsien zeigte sich eine Wachstumsverzögerung vor allem in der letzten Kulturphase, sodass die Ware im stark torfreduzierten Substrat etwa 10 Tage später zur Vermarktung kam. Die Qualität litt darunter jedoch nicht (Abb. 11).

Die Calibrachoen und Petunien eines Nord-Betriebes zeigten deutliche Schwierigkeiten beim Einwurzeln in das TerZ-Substrat. Die Pflanzen ließen sich dies oberirdisch meist nichts ansehen und entwickelten sich normal (Abb. 12). Leider konnte die Ursache für diese Auffälligkeiten bisher noch nicht ermittelt werden, sodass der Betrieb diese beiden Kulturen im nächsten Jahr nicht wieder in diesem TerZ-Substrat produzieren möchte. Alle anderen Kulturen wurzelten dagegen hervorragend in das Substrat ein.

Abbildung 11: Beobachtete Wachstumsverzögerung bei Fuchsia im TerZ-Substrat (50 Vol.-% Weißtorf, 30 Vol.-% Holzfaser, 10 Vol.-% Perlite und 10 Vol.-% Kompost) während der Kultur (links) und verkaufsfertige Ware im TerZ-Substrat (rechts)

Die Erfolge der Beet- und Balkonsaison sind sicher auch der engen Kulturbegleitung
zu verdanken. Wie bereits in der Cyclamen- und Poinsettienproduktion auffiel, können
Schwankungen in den stärker torfreduzierten Substraten besonders bei längeren
Standzeiten und empfindlichen Kulturen zu Qualitätseinbußen führen. Extreme Witter-ungsbedingungen fördern diese Schwankungen zusätzlich.

Abbildung 12: Calibrachoa zum Ende der Kultur. Oberirdisch ist der Pflanze nicht anzusehen, dass sie nicht in das TerZ-Substrat (47 Vol.-% Torf, 25 Vol.-% Holzfasern, 20 Vol.-% Rindenhumus und 8 Vol.-% Ton) eingewurzelt ist.

Es empfiehlt sich daher Kulturen in einem neuen Substrat zunächst mit regemäßigen
Substratproben zu begleiten, denn die Umstellung ist sehr betriebsspezifisch. Je nach Gießwasser und Düngung des Betriebes können sich in dieser neuen Kombination pH- und Nährstoffwerte im Substrat anders entwickeln als gewohnt. Dies kann im Einzelfall eine schnelle Reaktion des Gärtners erfordern. Durch einzelne Substratkomponenten, wie z.B. Kompost oder Rindenhumus im Substrat, kommt es zudem häufig zu erhöhten Kali- und Phosphatwerten. In den projektbegleiteten Kulturen haben Werte von 600 mg Kalium/ l Substrat jedoch noch keine negativen Auswirkungen auf die Pflanzen gezeigt. Teilweise waren Kulturen vermutlich durch die erhöhten Kaliwerte etwas gedrungener, was ein durchaus erwünschter Effekt war.

Hier könnten Dünger-, Substrathersteller und Betriebe zukünftig sicher weiter optimieren, um Substrate und Dünger noch besser aufeinander abzustimmen und der mitunter erhöhten Dynamik im Substrat entgegenzuwirken.

Insgesamt waren die Demonstrationsbetriebe regionsübergreifend zufrieden. „Es ist
beherrschbar“ ist der O-Ton eines Gärtners. Auch bezüglich des Arbeitsaufwandes haben die Betriebe keinen großen Unterschied bemerkt, sodass sie gerne weiter mit diesen Substraten produzieren möchten.

Betriebsinformationstag am 09.11.2021 in der Region Nord

Zweite Phase im Projekt TerZ – Es bleibt spannend

Von Katja Arndt, LVG Ahlem, LWK Niedersachsen

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben, TerZ (Torfersatz im Zierpflanzenbau), befindet sich mittlerweile im zweiten von vier Projektjahren, der sogenannten Optimierungsphase. So ging es zunächst im ersten Projektjahr, der Einführungsphase, für die Gärtner darum mit geringer Torfreduzierung – meist um die 70 Volumenprozent (Vol.-%) Torfanteil im Substrat – ein Gefühl für die torfreduzierte Produktion zu entwickeln. In diesem Jahr produzieren die teilnehmenden Praxisbetriebe hier bereits größtenteils mit maximal 50 Vol.-% Torf ihre Kulturen und haben schon einige Erfahrungen gesammelt.

Die Beet- und Balkonpflanzenproduktion mit der stärkeren Torfreduzierung kann in diesem Jahr als sehr gut bewertet werden, da optisch überwiegend keine bis geringe Unterschiede bei den fertig produzierten Pflanzen zu beobachten waren. Anpassungen in Bezug auf Düngung und Bewässerung waren regionsübergreifend teilweise allerdings schon nötig. In einzelnen Kulturen traten auch größere Probleme auf.

Derzeit läuft die Poinsettien- und Cyclamenproduktion. Bereits im letzten Jahr stellte sich heraus, dass die Torfreduzierung bei anspruchsvollen, länger stehenden Kulturen besonders in Kombination mit den extremen Witterungsbedingungen des Sommers 2020 durchaus zu Schwierigkeiten in der Produktion führen kann. Es gab hier neben Erfolgen also auch Qualitätseinbußen und Ausfälle.

Wie sich diese Kulturen in diesem Jahr entwickeln bleibt spannend. Der Torfanteil ist zwar weiter gesunken, die Erfahrungen damit sind hingegen gewachsen.

Betriebsinformationstag bei Gärtnerei Schliebener

Daher öffnet nun mit der Gärtnerei Schliebener aus Wolfsburg der erste TerZ-Betrieb aus der Region Nord am 09.11.2021 seine Türen. So wird ein praxisorientiertes Forum geboten, wo Erfahrungswerte und Informationen über die stärker torfreduzierten Kulturen ausgetauscht werden können.

Die Einzelhandelsgärtnerei produziert seit 1960 auf nun schon über 5000 m² unter Glas und Folie ein breites Pflanzensortiment für ihre Kunden. Der Betrieb setzt sich für die Integration von Torfersatz ein, da der Aspekt der Nachhaltigkeit für ihn eine zentrale Rolle spielt. So ist das Team der Gärtnerei stetig darauf bedacht, Ideen umzusetzen, die die Natur und die Umwelt schonen.

Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Gärtner, die an der Umstellung auf stärker torfreduzierte Substrate interessiert sind, und andere Branchenmitglieder, die hier eine Diskussion mit dem Fokus auf die Praxis führen möchten.

Tim Schliebener
(Foto: Katja Arndt)

Zu diesem Zweck wird von Herrn Schliebener eine Führung durch den Betrieb und die torfreduziert kultivierten Poinsettien angeboten, wo die Pflanzen direkt vor Ort angeschaut und Fragen zur Produktion gestellt werden können.

Frau Arndt, die Gesamtkoordinatorin von TerZ, wird einen kurzen Überblick über das gesamte Projekt geben und steht ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

Bei Kaffee und Kuchen sollte einem interessanten Austausch zum Thema Torfersatz in der Praxis nichts mehr im Wege stehen.

Wir freuen uns auf Sie!

Save the date: 09.11.2021, 13 Uhr (maximal 20 Teilnehmer)


Hier geht’s zur kostenfreien Anmeldung!

Die Veranstaltung wird unter Einhaltung der 3-G-Regelung (genesen, geimpft, getestet) durchgeführt. Wir bitten die Besucher einen entsprechenden Nachweis mitzubringen und auch weiterhin die AHA-Regeln zu berücksichtigen.

Erfahrungsaustausch Nord – Beet- und Balkon 2021

Von Katja Arndt, LVG Ahlem, LWK Niedersachsen

Am 15.06.2021 fand der digitale Erfahrungsaustausch der Demonstrationsbetriebe aus der Region Nord statt, um über die Ergebnisse der aktuellen Beet- und Balkonsaison mit den stärker torfreduzierten Substraten, den TerZ-Substraten, zu sprechen.

Das Projektziel mit maximal 50 Vol.-% Torf im Substrat zu produzieren haben die Nord-Betriebe diese Saison alle mit ihren TerZ-Substraten erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr haben drei von fünf Betrieben auch ihre Standardsubstrate unabhängig von TerZ angepasst und verwenden hier nun geringere Torfanteile, was aufgrund der guten Erfahrungen mit den Substraten aus der ersten Projektphase zu begründen ist.

Auch in dieser Projektphase mit den stärker torfreduzierten Substraten ist es in der Region Nord sehr positiv gelaufen.

Beide Substratvarianten (Standard und TerZ) wurden von allen gleich gedüngt und bewässert und es wurde von den Betrieben kein merklicher Mehraufwand festgestellt. In der Endbonitur waren keine wenig Unterschiede in den Kulturen festzustellen. Teilweise waren die TerZ-Kulturen etwas größer.

Links: Pelargonium zonale, Kulturwoche 9. Links im Standardsubstrat mit 15 Vol.-% Holzfasern und 15 Vol.-% Perlite, rechts im TerZ-Substrat mit 20 Vol.-% Holzfasern, 15 Vol.-% Perlite und 15 Vol.-% Kokosmark
Rechts: Sanvitalia procumbens, Kulturwoche 11. Links im Standardsubstrat mit 8 Vol.-% Ton, rechts im TerZ-Substrat mit 25 Vol.-% Holzfasern, 20 Vol.-% Rindenhumus und 8 Vol.-% Ton
(Fotos: LVG Ahlem)

Meistens jedoch waren keine Unterschiede bei den Kulturen zu sehen.

Calibrachoa, Kulturwoche 8. Links im Standardsubstrat mit 15 Vol.-% Holzfasern und 15 Vol.-% Perlite, rechts im TerZ-Substrat mit 20 Vol.-% Holzfasern, 15 Vol.-% Perlite und 15 Vol.-% Kokosmark (Fotos: LVG Ahlem)
Impatiens, Kulturwoche 8. Links im Standardsubstrat mit 25 Vol.-% Holzfasern, rechts im TerZ-Substrat mit 30 Vol.-% Holzfasern und 20 Vol.-% Kokosmark (Fotos: LVG Ahlem)

Bei einem Betrieb, dessen TerZ-Substrat 30 Vol.-% Holzfasern enthält, deutete sich zwischenzeitlich an, dass das Substrat beim Bewässern von unten das Wasser nicht so gut in den Topf hochzieht. Diese Problematik relativierte sich jedoch während der Kultur wieder. Trotzdem wird in den nächsten Kulturen ein verstärktes Augenmerk auf Unterschiede und Probleme in dieser Richtung gelegt werden, um eventuelle Anpassungen beim Substrat oder in der Kulturführung vornehmen zu können.

Sanvitalia, Kulturwoche 6, direkt nach dem Bewässern. Links im Standardsubstrat mit 25 Vol.-% Holzfasern, rechts im TerZ-Substrat mit 30 Vol.-% Holzfasern, 10 Vol.-% Rindenhumus und 10 Vol.-% Grüngutkompost (Fotos: LVG Ahlem)

In der Region Nord trat auch ein Schadfall auf. Calibrachoa und Petunien wollten nicht so recht in das TerZ-Substrat eines Betriebes einwurzeln. Oberirdisch hat man das den Pflanzen nicht angesehen und sie entwickelten sich normal. Außer diesen beiden Pflanzenarten wurzelten alle anderen Kulturen hervorragend in das Substrat ein. Leider konnte die Ursache hierfür bisher noch nicht ermittelt werden, sodass der Betrieb Calibrachoa und Petunien im nächsten Jahr nicht wieder in diesem TerZ-Substrat produzieren möchte.

Calibrachoa zum Ende der Kultur. Oberirdisch ist der Pflanze nicht anzusehen, dass sie nicht in das TerZ-Substrat eingewurzelt ist. In dem Substrat sind 25 Vol.-% Holzfasern, 20 Vol.-% Rindenhumus und 8 Vol.-% Ton enthalten. (Fotos: LVG Ahlem)

Im Hinblick auf die kommenden Herbstkulturen werden die Betriebe bei den erreichten Torfanteilen bleiben. Ein Betrieb wird sein Substrat noch etwas von den Ausgangsstoffen umstellen. Dort wird statt Rindenhumus und ungefärbter, grober Holzfaser, nun Grüngutkompost und eine gefärbte, feinere Holzfaser getestet, um die Wasserhaltefähigkeit noch weiter zu optimieren.